Bald ist Schluss mit Gratis-TV über den Computer

9. Juli 2007, 09:19
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    User von Gratis-TV-Programmen wie Zattoo sollen schon bald TV-Gebühren bezahlen, wenn es nach dem Willen des BAKOM und der SRG geht.

    User von Gratis-TV-Programmen wie Zattoo sollen schon bald TV-Gebühren bezahlen, wenn es nach dem Willen des BAKOM und der SRG geht.
    Die Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG will Empfangsgebühren von Usern kassieren, die Fernsehprogramme auf ihren Computern anschauen. Wie gestern die 'NZZ am Sonntag' unter Berufung auf die Westschweizer Zeitschrift 'L'Hebdo' berichtete, sollen PC-User künftig Gebühren bezahlen, wenn sie nicht schon Radio- oder Fernsehgeräte angemeldet haben. Dabei muss hier präzisiert werden, dass die SRG selbst keine Gebühren einzieht, sondern die Inkassostelle für Radio- und Fernsehgebühren Billag.
    Entscheid im Herbst
    Bislang ist es so, dass man Empfangsgebühren für TV- und Radio bezahlen muss, wenn man TV und Radio besitzt. Wer ein ADSL-TV-Abo gelöst hat (zum Beispiel ADSL.TV von Netstream) bezahlt reguläre Empfangsgebühren, auch wenn er oder sie keinen Fernseher besitzt. Für Radio über den PC bezahlt man ebenfalls Gebühren, auch wenn kein herkömmliches Radio in der Wohnung steht. Neu sollen also diejenigen zur Kasse gebeten werden, die kein TV und kein Radio besitzen, aber über den PC gratis TV schauen, zum Beispiel mit Zattoo.
    Wie Bernhard Bürki, Sprecher beim Bundesamt für Kommunikation BAKOM, gegenüber inside-it.ch sagt, prüft das BAKOM derzeit die Bedingungen für eine solche Gebühr. Es wird mit einem Entscheid im Herbst gerechnet. Damit könnte es möglich sein, dass Fans von Zattoo und Co. schon ab Ende Jahr TV-Gebühren bezahlen müssen – wenn sie nicht schon TV-Gebühren bezahlen. Gemäss einer kürzlich von der 'Coopzeitung' durchgeführten Umfrage steht immerhin in acht von hundert Schweizer Haushalten überhaupt kein Fernseher. Eine andere Geschichte sind all die Schwarzseher, die zwar TV, Radio und PC haben, aber überhaupt keine Gebühren bezahlen: Vergangenes Jahr landeten diesbezüglich 2600 Verfahren beim BAKOM.
    Qualität wird besser
    Zwar entscheidet das BAKOM, ob die neuen Gebühren erhoben werden sollen, doch die SRG scheint mächtig Druck zu machen. Das Angebot von TV-Programmen über den Breitbandanschluss werde immer besser, vor allem das junge, mit Computern vertraute Publikum sei damit zufrieden; die SRG könne es nicht zulassen, dass auf diese Weise Gebührengelder abfliessen, sagt SRG-Sprecher Daniel Steiner.
    Ende 2006 hiess es seitens BAKOM noch: "Die Bildqualität von Internet-TV ist noch nicht gleichwertig mit der des normales Fernsehens." So schnell kann sich das ändern.
    Betroffen von der neuen Regelung wären übrigens auch Unternehmen. Das BAKOM prüft, wie die Ausstrahlung von Fernsehprogrammen auf den Computern der Mitarbeitenden unterbunden werden kann, falls das Unternehmen keine Gebühren entrichten will. Ähnliche Massnahmen müssten auch bei Privatnutzern ergriffen werden, die keine Empfangsgebühren bezahlen wollen. Wie das gehen soll, bleibt offen. (Maurizio Minetti)

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