Bald startet der Prozess gegen Betreiber des "Cyberbunkers"

13. Oktober 2020, 14:59
  • cybercrime
  • gerichtsurteil
  • deutschland
image

Wegen Beihilfe zu 1,5 Millionen Verbrechen kommen nun 8 Betreiber des Bulletproof Hosters in Deutschland vor Gericht.

In Kürze beginnt der Prozess gegen die Betreiber des riesigen deutschen "Cyberbunkers". Vor Gericht verantworten müssen sich 4 Holländer, 3 Deutsche und ein Bulgare. Als "Kopf" gilt laut Anklage ein 60-jähriger Holländer, der den früheren Armee-Bunker erworben hat und diesen als "Bulletproof Hoster" geleitet haben soll.
Mehr als 1,5 Millionen Verbrechen sollen über Darknet-Websites abgewickelt worden sein, die auf den Servern des RZs gehostet wurden. Die Gruppe wird wegen Beihilfe angeklagt.
"Es ist das erste Verfahren überhaupt dieser Art", so Oberstaatsanwalt Jörg Angerer von der Landeszentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz. Die Anklage muss beweisen, dass die Angeklagten von den illegalen Machenschaften wussten und dass ein Hoster überhaupt verantwortlich sein kann für die Geschäfte seiner Kunden.
Die Beweisaufnahme sei sehr zeitaufwändig gewesen, so die Ankläger: Im September 2019 hatten Ermittler im 5000 Quadratmeter grossen Bunker in Dutzenden Räumen auf fünf unterirdische Stockwerke verteilt 403 Server, 57 Mobiltelefone, 412 einzelne Festplatten, 61 Computer, 65 USB-Speichermedien, 16 SD-Karten und diverse CDs und Disketten entdeckt. Mit diesen beschlagnahmte sie insgesamt zwei Petabyte Daten im "Cyberbunker".
Die Ankläger konnten insbesondere einige Chats entschlüsseln, aber einige physische und virtuelle Server seien bis heute nicht geknackt worden.
Der Prozess, der international Aufsehen erregt, beginnt am 19. Oktober und ist nach Angaben des Landgerichts Trier bis Ende 2021 terminiert.

Loading

Mehr zum Thema

image

Ex-Uber-CSO wegen Vertuschung von Datendiebstahl verurteilt

Dem ehemaligen Sicherheitschef droht eine mehrjährige Haftstrafe. Das Urteil könnte die Art und Weise verändern, wie Security-Experten mit Datenschutzverletzungen umgehen

publiziert am 6.10.2022
image

#Security: Vom Ködern und Fischen

Der Faktor Mensch wird oft als grösstes Sicherheitsrisiko bezeichnet, aber selten wirksam adressiert. Das schreibt Cornelia Puhze von Switch in ihrer aktuellen Kolumne.

publiziert am 5.10.2022
image

EPD-Infoplattform von eHealth Suisse gehackt

Unbekannte haben von der Website Patientendossier.ch Nutzerdaten abgegriffen. Das BAG erstattet Anzeige, gibt aber Entwarnung.

publiziert am 30.9.2022 3
image

Ransomware-Banden kaufen Erstzugänge extern ein

Für nur gerade 10 Dollar können sich Cyberkriminelle auf Darkweb-Flohmärkten Zugänge zu Systemen kaufen. Damit können sie dann Schlimmes anrichten.

publiziert am 29.9.2022 1