Ballmer greift zur (Job-)Axt

22. Januar 2009, 16:29
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Microsoft veröffentlicht überraschend Geschäftszahlen und kündigt die Entlassung von 5000 Mitarbeitenden an. Wenig Entlassungen bei Microsoft Schweiz.

Microsoft veröffentlicht überraschend Geschäftszahlen und kündigt die Entlassung von 5000 Mitarbeitenden an. Wenig Entlassungen bei Microsoft Schweiz.
Wirklich überraschend kommt die Geschichte für unsere geschätzte Leserschaft nicht: Microsoft-Boss Steve Ballmer plant einen massiven Stellenabbau. Total 5000 Stellen, etwas mehr als fünf Prozent der Gesamtbelegschaft, sollen in den Bereichen Forschung, Marketing, Verkauf, Buchhaltung, Personalwesen und Informatik in den nächsten 18 Monaten gestrichen werden. 1400 Kündigungen sind per heute ausgesprochen worden. In der Schweiz, so Microsoft-Sprecherin Barbara Josef, wurden "weniger als eine Handvoll" Mitarbeitende entlassen. Sie betont, dass es am Microsoft-Entwicklungszentrum keinen Stellenabbau gibt.
Zudem will Microsoft bei den Angestellten von Drittfirmen ("vendors"), bei Gebäuden, Kapitalausgaben und Marketing sparen.
Online-Bereich weiterhin ein Groschengrab
Die Sparmassnahmen wurden heute zusammen mit den Zahlen zum abgelaufenen Quartal (bis Ende Jahr) veröffentlicht. Microsoft konnte den Umsatz um immerhin noch zwei Prozent auf 16,63 Milliarden Dollar steigern und verdiente dabei netto 4,17 Milliarden Dollar (-11 %). Nüchtern und nicht aus Börsianer-Sicht betrachtet ist Microsoft damit immer noch eine Geldmaschine.
Stark lief das Geschäft für Microsoft im Bereich Server & Tools, der um 15 Prozent wuchs, und auch der Bereich Office- und Business-Software konnte den Umsatz leicht auf 4,9 Milliarden Dollar steigern. Der operative Gewinn dieser Sparte lag bei fast schon unanständigen 3,1 Milliarden Dollar. Office ist und bleibt Microsofts Cash-Cow.
Sehr schlecht geht es hingegen dem Online-Bereich: Der Umsatz betrug 866 Millionen Dollar und es resultierte eine negative "Marge" von über 50 Prozent (471 Mio. Dollar operativer Verlust).
Microsoft Schweiz: "Spitzenplatz in Westeuropa"
In der Schweiz scheinen hingegen die Geschäfte von Microsoft (noch) gut gelaufen zu sein. Man habe ein gutes erstes Halbjahr gehabt und umsatzmässig "leicht über den Erwartungen" abgeschlossen, so Josef. Bezüglich Profitabilität belege Microsoft Schweiz einen "Spitzenplatz in der Region Westeuropa." (Christoph Hugenschmidt)

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