Banalität der Internet-Verbrechen

7. April 2008, 15:08
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Alleine die gemeldeten Internet-Betrügereien in den USA erreichen eine Schadensumme von 240 Millionen Dollar.

Alleine die gemeldeten Internet-Betrügereien in den USA erreichen eine Schadensumme von 240 Millionen Dollar.
Das 'Internet Crime Complaint Center' (I3C) in den USA erfasst im Auftrag des FBI und des 'National White Collar Crime Center' (etwa: "Zentrum für Wirtschaftsverbrechen") Internet-Verbrechen in den USA. Es betreibt eine Webseite, auf der jedermann mit Hilfe des Internets begangene Verbrechen Anzeigen kann. I3C macht dann erste Überprüfungen und reicht die Anzeigen an die lokalen Strafverfolgungsbehörden weiter.
Letztes Jahr wurden 219'000 angebliche oder wirkliche Verbrechen gemeldet, wovon 90'000 zur Anzeige weitergeleitet wurden. Die Anzahl der Anzeigen ist seit 2005 zurückgegangen - hingegen stieg die (behauptete) Schadenssumme auf von knapp 200 auf 240 Millionen Dollar.
Über 35 Prozent der angezeigten Betrugsdelikte fanden bei Internet-Auktionen statt. Das I3C betont allerdings, dass man neu eine enge Zusammenarbeit mit der Auktionsseite eBay eingegangen sei und deshalb mehr Meldungen über Betrug in Zusammenhang mit Online-Auktionen eingegangen seien. Ebenfalls häufig sind Klagen wegen ganz einfacher Nicht-Lieferung von bestellter und bezahlter Ware (oder umgekehrt: Nicht-Bezahlung von gelieferter Ware). Diese Betrugsformen machen ein Viertel aller gemeldeter Internet-Verbrechen aus.
Je zwischen fünf und sieben Prozent der gemeldeten Betrügereien betreffen so genannten "Confidence Fraud" (etwa: Betrug unter Vorspiegelung falscher Tatsachen), Kreditkartenbetrug, Checkbetrug und einfacher, "normaler" Betrug mit Hilfe von Computern. Erst weit ganz unten in der Rangliste der Top-10 dem I3C gemeldeten Internet-Betrügereien folgen Identitätsdiebstahl (u.a. "Phishing"), Bankbetrug und Drohungen.
Die massenhaft gemeldeten Fällen von ganz "normalen" Betrugsfällen, (z.B. Nicht-Lieferung einer bestellten Ware) wären auch ohne Internet möglich und verbreitet. Neu und speziell ist aber, dass es sehr einfach und vor allem billig ist, über Internet, sei es per Spam oder über einen Webseite (oder beidem), anonym eine Ware anzubieten und dafür Vorauszahlung zu verlangen. (Christoph Hugenschmidt)
(Quelle: 2007 Internet Crime Report - lädt PDF)

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