Bankensoftware: Wer ist nun Marktführer?

7. April 2009, 13:02
  • rechenzentrum
  • finnova
  • avaloq
image

RTC? Finnova? Avaloq? Eigenentwicklungen? Die Suche nach dem Bankensoftware-Hersteller, der den Schweizer Markt dominiert, geht weiter.

RTC? Finnova? Avaloq? Eigen-entwicklungen? Die Suche nach dem Bankensoftware-Hersteller, der den Schweizer Markt dominiert, geht weiter.
Das erst vor wenigen Tagen veröffentlichte "Handout Swiss Banking" des Zürcher Outsourcing-Beraters Active Sourcing ist ergänzt worden. Wie das Unternehmen schreibt, hat die Medienmitteilung von Ende März "zu verschiedenen Rückmeldungen und Anregungen geführt". Unter anderem wurde Active Sourcing von verschiedener Seite her angesprochen, ob es möglich sei, die Auswertung der Bankenlösungen gewichtet nach Anzahl Mitarbeiter als Gegenüberstellung zur Auswertung nach Anzahl Banken zu liefern.
Avaloq führend nach Anzahl Mitarbeiter
Nun ist Active Sourcing diesem Wunsch nachgekommen. Die neue Betrachtungsweise ergibt einige Verschiebungen. Unter anderem sei neu der Zürcher Bankensoftware-Anbieter Avaloq und nicht Finnova Gesamtmarktführer, heisst es in der aktuellen Mitteilung (siehe Grafik). Avaloq ist nach Anzahl Mitarbeiter (User bei den Kunden) mit 42 Prozent marktführend, während Finnova "nur" noch den zweiten Rang belegt (18%). Olympic belegt mit 10 Prozent Rang 3, so Active Sourcing.
Bei kleineren Banken (weniger als 500 Mitarbeitende) hingegen liege Finnova mit 40 Prozent Marktanteil immer noch klar an der Spitze. Avaloq (20%) und Olympic (13%) belegen die Plätze 2 und 3. Die Bankenlösungen Apsys und SAP kommen auf Anteile von 5 bzw. 4 Prozent. Mit 40 Prozent Marktanteil setzt sich Avaloq bei Banken mit mehr als 500 Mitarbeitenden klar von den Konkurrenten ab. Mit erheblichem Abstand folgt Finnova auf dem zweiten (15%), Olympic auf dem dritten (10%) Rang.
Markt im Umbruch
Es ist löblich, dass Active Sourcing den Markt nun auch nach Anzahl Mitarbeiter aufschlüsselt. Allerdings hat die Marktübersicht immer noch einen Makel. Active Sourcing spricht von einem "aktuellen Überblick". Das stimmt so natürlich nicht, da zum Beispiel die 50 RBA-Banken Finnova zugeschrieben werden, obwohl die Migration von der jetzigen Bankensoftware IBIS des Herstellers RTC auf Finnova erst Ende 2012 erfolgen wird. Active Sourcing bildet den Markt also nach bekannt gegebenen Entscheiden und nicht nach dem aktuellen Stand ab.
Nachvollziehbar ist hingegen, dass Active Sourcing bei der Darstellung nach Anzahl Mitarbeiter die Eigenentwicklungen und Mischlösungen, wie sie bei Grossbanken vorzufinden sind (und wo SAP eine grosse Rolle spielt), nicht berücksichtigt. Angesichts ihrer Grösse würden diese sehr stark ins Gewicht fallen.
Je nach Betrachtungsweise könnten also Finnova, Avaloq, RTC oder die Eigenentwicklungen der Grossbanken marktführend sein. Die ganze Diskussion zeigt, dass es angesichts des sich im Umbruch befindlichen Banken-IT-Marktes nicht einfach ist, die Situation genau zu erfassen. (Maurizio Minetti)

Loading

Mehr zum Thema

image

Microsoft setzt seine Cloud-Hardware viel länger ein

Der Softwareriese will seine Cloud-Server und Netzwerkkomponenten 6 statt nur 4 Jahre lang verwenden. Damit spart Microsoft Milliarden.

publiziert am 2.8.2022
image

Irland legt neue Grundsätze für Rechenzentren fest

Die Tech-Hochburg will den RZ-Boom regulieren, Data Center müssen sich an energiefreundliche Richtlinien halten. Ein Bau-Moratorium soll es aber nicht geben.

publiziert am 2.8.2022 1
image

Hitze zwingt Google- und Oracle-RZs in die Knie

Aufgrund der hohen Temperaturen mussten Tech-Konzerne im Vereinigten Königreich Teile ihrer Cloud-Rechenzentren offline nehmen.

publiziert am 20.7.2022
image

EFK: Milliardenschwerer RZ-Verbund des Bundes ist auf gutem Weg, aber…

Das riesige Rechenzentrums-Projekt von Armee und Bundesverwaltung stockt schon länger. Nun stellt die Finanzkontrolle dem Vorhaben gute Noten aus. Die Einschätzung ist aber unvollständig.

publiziert am 14.7.2022