Banking-Apps: Schweizer Banken weiter als deutsche

12. Juni 2014, 12:00
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Meistens erfüllen Banking-Apps die Kernfunktionen. Es mangelt jedoch an Messenger-Features.

Meistens erfüllen Banking-Apps die Kernfunktionen. Es mangelt jedoch an Messenger-Features.
Die wichtigsten fünf US-Banken zeigen im Mobile-Banking-Bereich noch grosse Defizite. Das hat Forrester Research herausgefunden. Während die Institute die wichtigsten Funktionen zwar erfüllen, mangelt es vor allem an der Möglichkeit, Bankkarten sperren zu lassen, den Kundenservice zu kontaktieren oder eine Budgetplanung zu tätigen.
Deutsche und Schweizer Banken
"Zu den Kernfunktionen, die Mobile-Banking-Apps erfüllen müssen, zählen Zahlungen, Überweisungen, das Abfragen des Kontostands und im Idealfall auch das Einsehen des eigenen Investment-Portfolios mit der Möglichkeit, Aktien zu handeln. Die meisten deutschen Banken haben diese Funktionen mehr oder weniger auf der Reihe", so Steffen Binder, Research-Director von MyPrivateBanking mit Sitz in Tägerwilen, gegenüber 'pressetext'.
Jedoch sind auch deutsche Banken noch weit entfernt von der perfekten App, wie der Experte betont: "Die App sollte darüber hinaus einen Informations- und Kommunikationskanal darstellen. Das vernachlässigen die meisten Banken. Kunden wünschen sich Messenger-Funktionen und Videochats, um mit ihren Beratern zu kommunizieren."
Auf Anfrage von inside-it.ch erklärt Binder, dass Schweizer Banken diesbezüglich besser aufgestellt seien als deutsche. Ein gutes Beispiel sei etwa die Grossbank UBS den dritten Platz belegt. Die Credit Suisse kommt auf einen respektablen neunten Platz. Die beste deutsche Bank war die Commerzbank, die mit Platz zwölf im Mittelfeld liegt.
Mobile first, auch im Marketing
Im US-Ranking führen Chase und die U.S. Bank mit 69 von 100 Punkten. Chase überzeugte mit den Transaktions- und Kontaktmöglichkeiten sowie der Funktion, Geldautomaten in der Nähe zu finden. "Banken sollten die Mobile-Banking-Apps auch dazu nutzen, Marketing zu betreiben, das ist eine riesige Chance. Sie können ihren Kunden massgeschneiderte Informationen über neue Produkte liefern - leider fehlt aber oft noch die App-spezifische Aufbereitung, also dass etwa Videos verwendet werden, um die Produkte vorzustellen", meint Binder.
"Das Credo 'mobile first' gilt auch für den Bankenbereich: Der mobile Zugang ist für die Kunden die Nummer eins. Am besten wäre es auch, wenn Banken zuerst die mobile App entwickeln und dann die Webseite daran anpassen", zeigt sich Binder überzeugt. Und er sieht auch Vorteile für die Banken: "Nicht zuletzt können auch Kosten eingespart werden, wenn mobile Apps die Arbeit von Bankberatern in den Filialen übernehmen." (pte/mim)

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