Barracuda-Gipfelkonferenz: Phion noch in aller Munde

19. Oktober 2010, 10:41
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Noch einmal war Alpbach Treffpunkt für rund 480 angereiste Kunden und Partner der neuen Barracuda. Am Ort der einstigen Phion-Gipfelkonferenzen hiess der Gastgeber diesmal Barracuda.

Noch einmal war Alpbach Treffpunkt für rund 480 angereiste Kunden und Partner der neuen Barracuda. Am Ort der einstigen Phion-Gipfelkonferenzen hiess der Gastgeber diesmal Barracuda.
"Better Together" war das Motto der ersten EMEA-Gipfelkonferenz von Barracuda Networks seit der Übernahme von Phion. Sie stand bei den zahlreichen Gesprächen zwar noch ganz im Bann der neuen Innsbrucker Tochter, doch die Integration des Tiroler Security-Anbieters in die amerikanische Barracuda war nun auch äusserlich sichtbar abgeschlossen: Nirgendwo mehr der Name Phion, überall Barracuda-Fähnchen und -Logos. Sichtbares Zeichen war beispielsweise der Wechsel des Namens der einstigen "Netfence-Serie" von Phion in "NG Firewall", die in der neusten Version 5 präsentiert wurde. 14 Produkte werden künftig von Barracuda angeboten: Neben der NG Firewall sind das unter anderem Web Application Firewalls, Spam- und Virus-Firewalls, Message Archiver, Web Filter, Load Balancer, Link Balancer, SSL VPN und IM Firewalls.
Ob auch im nächsten Jahr die derzeit weltweit 750-köpfige Barracuda Networks – 150 Mitarbeiter sind im EMEA-Bereich tätig - wieder ihre wie diesmal noch rund 300 Partner und 150 Kunden ins traditionsreiche Alpach einladen wird, ist offen. Denn mit rund 480 Teilnehmern war die Konferenz heuer schon fast an die Kapazitätsgrenzen des kleinen Ortes gestossen, der in der Nachkriegszeit zu einem geistigen Zentrum für die europäische Erneuerung geworden ist.
Was aber künftig sicher bleiben soll, ist das Bekenntnis auch von Barracuda zum Channel. "Denn seit 2004", sagte Markus Walcher (Foto) gegenüber inside-channels.ch, der rund 35 Länder im EMEA-Raum betreut und auch für die Schweiz verantwortlich ist, "sind wir in der Schweiz mit Distributoren wie Netdefender und Infomanage im Markt für KMU unterwegs und beispielweise mit Schneider und Partner Informatik, Omicron und Swisscom im Grosskundengeschäft." Daran werde sich auch künftig nichts ändern, betont Walcher: "Einen direkten Verkauf wird es nicht geben." Nach wie vor sei der Schweizer Markt sehr interessant für Barracuda, schiebt er nach: "Der Umsatz in der Schweiz macht knapp sieben Prozent des EMEA-Umsatz aus" und sei damit beispielsweise doppelt so gross wie der österreichische Markt. Mit zwei eigenen Mitarbeitern ist Barracuda denn auch vor Ort vertreten. Die Kernbereiche, die man adressiere, seien weiterhin die Sektoren Government, Handel, Banking und Universitäten.
Je nach Projekt treffe man aufgrund der breiten Produktpalette auf sehr unterschiedliche Konkurrenten. Checkpoint und Juniper Networks eher bei SSL-VPN-Lösungen, Cisco und Bluecoat etwa beim Spam-Schutz und bei Speicherlösungen beispielsweise EMC. Grundsätzlich sei man in der EMEA-Region aber stark auf Wachstumskurs. Laut Walcher sind die Umsätze in dem im September beendeten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um über 60 Prozent gewachsen – "und wir gehen weiter von einem überproportionalen Wachstum aus". Zwar ginge der Spam-Anteil weltweit zurück, womit die Bedeutung der dafür nachgefragten Produkte abnehme, doch der Schutz von Web-Applikationen bekomme ein immer grösseres Gewicht. Hierfür habe man in der Schweiz in diesem Jahr Projekte bei Kuoni und Novartis abwickeln können. Ein weiterer Treiber seien zentral gemanagte Sicherheitslösungen, wo man beispielsweise soeben erst bei der Hünenberger Odlon Sports eine Lösung installiert habe. Besondere Bedeutung käme zudem der Traffic-Intelligence zu, die in die Firewall integriert ist. Auch hier sei Barracuda mit seinem Portfolio gut aufgestellt.
Bei Omicron, dem ältesten Schweizer Partner der einstigen Phion, sieht man die neue Situation ebenfalls positiv. Wie Adrian Tschopp, Systems Engineer bei Omicron, gegenüber inside-channels.ch festhält, habe man vor allem begrüsst, dass das EMEA-Headquarter von Barracuda in Innsbruck bleibt. Nach wie vor erfolge die Hardware-Lieferung in einem unglaublich schnellen Tempo, was sich sowohl bei dem Kuoni-Projekt wie auch bei einem Projekt mit dem Schweizer Fleischverarbeiter Bell bewährt habe, schiebt Tschopp nach. Zudem könne man nun mit neuen Produkten wie den NG Firewalls, die jetzt das URL-Filtering integriert hätten, und den Web Application Firewalls neue Kundenkreise erschliessen, meint Tschopp. Dass man an der diesjährigen Gipfelkonferenz einen Award in Sachen Technology Excellence erhalten habe, will Tschopp allerdings nicht überbewerten. Wahrscheinlich sei die langjährige gute Zusammenarbeit auf diese Weise gewürdigt worden, meint Tschopp. Barracuda hatte 18 Partner aus sechs Ländern mit einem Preis ausgezeichnet.
Einen Glanzpunkt der Alpbacher Veranstaltung bildete der Vortrag von Reinhold Messner. Der Extrem-Bergsteiger führte in einem Vortrag anhand seiner fünf wichtigsten Lebensphasen vor, worin er die Quintessenz des Lebens sieht: Konzentration auf ein Projekt, nicht das Erreichen eines Ziels, sondern dessen erfolgreichen Abschluss, das Erfahren und Realisieren von produktiver Gemeinsamkeiten bei einer Umsetzung, das Erkennen von Grenzen sowie die sich damit ergebenden Chancen und immer wieder das Suchen nach bisher für unmöglich gehaltenen Herausforderungen. Messner schuf innerhalb des dreitägigen Vortragsmarathons der Konferenz für eine Stunde konzentrierte Aufmerksamkeit auf einfache, allgemein gültige Themen, die jeden der 480 Teilnehmer interessieren mussten. (Volker Richert)

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