Basel Land zügelt Haupt-RZ zu Quickline

16. Dezember 2016, 14:00
  • e-government
  • rechenzentrum
  • outsourcing
image

Jetzt ist es definitiv: Das erste Rechenzentrum der Baselbieter Kantonsverwaltung wird entgegen früheren Plänen nicht saniert, sondern zum Juli 2017 an Quickline Business nach Münchenstein ausgelagert.

Jetzt ist es definitiv: Das erste Rechenzentrum der Baselbieter Kantonsverwaltung wird entgegen früheren Plänen nicht saniert, sondern zum Juli 2017 an Quickline Business nach Münchenstein ausgelagert. Wie bereits mitgeteilt hatte der Landrat noch über das Projekt zu entscheiden. Der hat am Donnerstag nun einstimmig insgesamt etwas mehr als 2,1 Millionen Franken für das Ourtsourcing bewilligt.
Ausgelöst wurde das Projekt Ende 2014 von der Geschäftsprüfungskommission, die dringenden Sanierungsbedarf für das Hauptrechenzentrum in Liestal festgestellt hatte. Sowohl die Haustechnik sei veraltet als auch die Gebäudesicherheit nicht mehr auf dem neusten Stand. In einem vom Hochbauamt ausgearbeitetes Vorprojekt wurden für die Sanierung dann Kosten von fast zehn Millionen Franken ermittelt. Angesichts der hohen Kosten kam es zu einer erneuten "ganzheitlichen Überprüfung", bei der sich die Einmietung in ein externes Rechenzentrum als "ideale Alternative" heraus kristallisierte.
Auf den Prüfstand kamen Angebote von Quickline Business und den Industrielle Werke Basel (IWB). Nicht berücksichtigt wurde Colobâle in Pratteln, weil man dieses RZ bereits als Disaster Recovery Site nutzt. Letztlich überzeugte Quickline wegen der tieferen Kosten für die Datenkommunikationsleitungen und weil das Datacube genannte RZ im Münchenstein eines der derzeit "modernsten Rechenzentren der Schweiz" ist, wie der Regierungsrat in der Vorlage an den Landrat festhält. Bei den Kosten heisst es aber auch, dass IWB darauf keinen Einfluss hatte, weil sie von der Distanz zwischen den Rechenzentren abhängt. So seien bei der Nähe zum Quickline-RZ die zu erwartenden einmaligen, wie auch die wiederkehrenden Kosten für IT-Infrastruktur der Zentralen Informatik, den Netzwerkausbau und die Miete tiefer als bei der Strecke zur IWB, wie es in dem Papier weiter heisst.
Mietausgaben von rund 500'000 Franken jährlich
Konkret werden nun gut 1,3 Millionen Franken für einmalige technische Bauten, den Ausbau der Netzwerkverbindungen sowie Anpassungen der technischen Infrastruktur am heutigen Standort benötigt. 800'000 Franken wurden zusätzlich für die notwendige Anbindung beantragt. Gemäss der Vorlage wird mit mittleren jährlichen Mietausgaben von 513'500 Franken gerechnet. Die Folgekosten für Unterhalt, Zins und Abschreibungen sind mit 106'000 Franken pro Jahr ausgewiesen.
Dieser weitere Schritt des Kantons in Richtung Outsorurcing dürfte auch FDP-Landrat Rolf Blatter gefallen. Selbst wenn er im Sommer noch die komplette und nicht nur selektive IT-Auslagerung, auch wenn man dort davon ausgeht, dass "nicht auszuschliessen ist, dass es einen weiteren Vorstoss zu diesem Thema geben wird", wie es zum Sitzungsprotokoll heisst. (vri/sda)

Loading

Mehr zum Thema

image

Luzerner können Wille zur Organspende in App hinterlegen

Patientinnen und Patienten des Luzerner Kantonsspitals können ihre Entscheidung zur Organspende neu in der Patienten-App ablegen.

publiziert am 26.1.2023
image

PUK soll Zürcher Datenskandal durchleuchten

Datenträger der Justizdirektion landeten im Sex- und Drogenmilieu. Jetzt soll eine Parlamentarische Unter­suchungs­kommission zum Vorfall eingesetzt werden.

publiziert am 26.1.2023
image

EPD-Pflicht soll auf Ambulante erweitert werden

Der Bundesrat findet, auch Physio- und Ergotherapeuten oder Hausärztinnen sollen elektronische Patientendossiers führen müssen. Es wird eine Übergangsfinanzierung in Höhe von 30 Millionen Franken nötig.

publiziert am 25.1.2023
image

Künstliche Intelligenz in der Verwaltung: Droht der Wildwuchs?

Der Bund führt Projekte zu KI-Systemen in Behörden durch, wie sie auch im neuen Datenschutzgesetz erwähnt sind. Zivilgesellschaftliche Organisationen warnen.

publiziert am 24.1.2023