BASF schluckt die Schweizer Rolic

8. Februar 2017, 15:35
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Es scheint, dass die Verkaufsnachricht selbst für die 110 Mitarbeiter in Allschwil überraschend kam, wie ein Telefonat bei Rolic Technologies zeigt.

Es scheint, dass die Verkaufsnachricht selbst für die 110 Mitarbeiter in Allschwil überraschend kam, wie ein Telefonat bei Rolic Technologies zeigt. Denn dass Alleinbesitzer Karl Nicklaus den Spezialisten im Display- und Sicherheitsmarkt sowie im optischen Foliengeschäft an die BASF-Gruppe verkauft, war nicht erwartet worden. Auf die Fragen, ob möglicherweise Stellen abgebaut oder Standorte geschlossen werden, heisst es bei der Pressestelle von Rolic, dass dazu nichts bekannt sei. Man sei über die Transaktion aber auch erst kürzlich informiert worden.
Offiziell wird die Transaktion denn auch nicht kommentiert. Auch zu den finanziellen Einzelheiten sei Stillschweigen vereinbart, teilt BASF mit. Klar sei, dass die gesamte Rolic mit seinen Niederlassungen in Allschwil, Eindhoven (Niederlande) und Shanghai (China) den Besitzer wechselt. Dafür sei die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden nicht erforderlich, heisst es beim Chemieriesen weiter.
Rolic ist 1994 als Spin-off aus der Hoffmann-La Roche gegründet und sei von Nicklaus kommerziell erfolgreich gemacht worden, heisst es in einer Mitteilung von Rolic. Laut dem 79jährigen Nicklaus ist nach 20 Jahren der Selbstständigkeit nun die Zeit gekommen, "dass Rolic in eine grössere industrielle Unternehmung integriert wird, welche die notwendige Unterstützung für weiteres kontinuierliches Wachstum in den sich dynamisch ändernden Technologie-Märkten sicherstellt".
Der Zugang zu technologisch führenden Produzenten werde zusammen mit den Vertriebs- und Produktionsmöglichkeiten der BASF eine erfolgreiche Zukunft eröffnen. Das unterstreicht man auch bei BASF, wo man den Zukauf im Rahmen des strategischen und langfristigen Ziels sieht, "in der Elektronikindustrie stärker zu wachsen". Man sei in allen wichtigen Märkten lokal präsent, was in "einer schnelllebigen und innovationsgetriebenen Industrie wichtige Erfolgsfaktoren" sind.
Rolic gehört bekanntlich zu den Hightech-Perlen der Schweiz, deren Technologie beispielsweise in rund jedem vierten verkauften Fernseher und in vielen Smartphones steckt, wie soeben noch 'SRF' berichtete gewesen. Das Unternehmen ist zudem bei seinen Mitarbeitern beliebt, was Rolic 2014 in den Final um den Swiss Arbeitgeber Award brachte. (vri)

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