Basler Ausschuss warnt globale Banken erstmals vor Crypto-Assets

13. März 2019, 15:57
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"Statement über Crypto-Assets" lautet der Betreff des neuesten Newsletters des einflussreichen Basler Ausschusses für Bankenaufsicht (BCBS) trocken.

"Statement über Crypto-Assets" lautet der Betreff des neuesten Newsletters des einflussreichen Basler Ausschusses für Bankenaufsicht (BCBS) trocken. Aber der Inhalt ist bemerkenswert: "Der Crypto-Asset-Markt ist zwar im Vergleich zu demjenigen des globalen Finanzsystems immer noch klein und die Banken haben derzeit nur sehr wenige direkte Engagements. Der Ausschuss ist jedoch der Ansicht, dass das stetige Wachstum der Handelsplattformen für Crypto-Assets und der neuen Finanzprodukte im Zusammenhang mit Crypto-Assets das Potenzial haben, Bedenken hinsichtlich der Finanzstabilität zu wecken und die Risiken für Banken zu erhöhen."
Volkstümlicher formuliert: Crypto-Assets können in absehbarer Zeit Sprengstoff für das globale Finanzsystem werden. Sie seien in keinster Weise mit herkömmlichem Geld oder Wertanlagen zu vergleichen, warnt die globale Bankenaufsicht eindringlich.
Der Basler Ausschuss listet Liquiditätsrisiken auf, Kreditrisiken, Marktrisiken, operationelle Risiken (einschliesslich Betrugs- und Cyberrisiken). Zudem müssten Banken das Risiko von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie juristische und Reputationsrisiken berücksichtigen und allenfalls managen können.
Im Newsletter formulieren die Wächter allgemeine Empfehlungen dafür, welche Mindestmassnahmen Banken einhalten sollten: Dazu gehören umfassende Risikoanalysen, die Sicherstellung des nötigen technischen Crypto-Know-hows, ein robustes Risiko-Management-Framework und die Offenlegung wesentlicher Investitionen oder Services im Rahmen der regulären Finanzberichterstattung.
"Der Ausschuss wird zu gegebener Zeit die aufsichtsrechtliche Behandlung solcher Risikopositionen klarstellen", betont der Ausschuss im Newsletter. Das würde dann heissen, dass das Thema dem Status "Newsletter" entwächst, sich dem Status "Richtlinie" annähert und in der Folge Gesetze entstehen könnten.
Der Status "Newsletter"-Thema ist an sich schon bemerkenswert, auch wenn die Organisation schon diverse Berichte und Arbeitspapiere rund um Crypto-Währungen publiziert hat. Die BCBS hat laut ihrer Website seit 1999 total nur gerade neun Mal einen Anlass gefunden, um einen Newsletter zu publizieren. In diesem Zeitraum sind durch das Gremium 86 Richtlinien veröffentlicht worden.
Der Ausschuss ist das wichtigste globale Standardisierungsgremium und die aufsichtsrechtliche Regulierung von Banken. Die BCBS gehört 60 Zentralbanken und die Schweiz ist im Basler Ausschuss mit der Finma und der Schweizerischen Nationalbank vertreten. (mag)

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