Basler E2E schafft es in Gartners "Magic Quadrant"

27. Januar 2009, 09:27
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Ein seltenes Ereignis: Eine kleine Schweizer Software-Firma wird von Gartner mit einem Eintrag im "Magic Quadranten" geadelt.

Ein seltenes Ereignis: Eine kleine Schweizer Software-Firma wird von Gartner mit einem Eintrag im "Magic Quadranten" geadelt.
Gartners so genannte "Magic Quadranten" sind wichtige Werkzeuge für IT-Entscheider, wenn es um die Einstufung eines Anbieters geht. In einer grafischen Darstellung teilen die US-Marktforscher die Anbieter in "Challenger" und "Leaders" und in Nischenplayer oder Visionäre ein. Geprüft wird dazu einerseits, ob ein Anbieter seine Versprechungen gegenüber dem Markt auch wirklich erfüllen kann ("ability to execute") und andererseits, ob seine Produkte den heutigen und künftigen Anforderungen des Marktes gerecht werden ("completeness of vision"). Die "Magic Quadranten" gehören heute zu den weltweit anerkanntesten Marktübersichten, in denen Anbieter und ihre Produkte unter Einbezug der Anwendererfahrungen auch nach qualitativen Kriterien beurteilt werden.
Der unseres Wissens erste und bisher einzige Schweizer Software-Hersteller, der mit der Aufnahme in den "Magic Quadranten" durch Gartner geadelt wurde, war Day Software, die diesen Status nach vielen Jahren des Entwickelns und Vermarktens erhielt.
Die Schweiz - der Fakt ist bekannt - ist kein gutes Pflaster für Hersteller von Standardsoftware für den internationalen Markt. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass es die Basler E2E seit diesem Dezember in Gartners "Magic Quadrant for Application Infrastructure for Back-End Application Integration Projects" geschafft hat. Obwohl der Titel der Marktübersicht etwas esoterisch tönt, geht es doch um ein grosses und wichtiges Marktsegment: Um Software, die für die Integration von grossen Systemen benützt werden kann. Marktführer sind bekannte Namen wie Microsoft mit BizTalk Server, IBM (WebSphere Produktfamilie), Oracle (Bea und eigene Middleware) und natürlich Tibco. Weiter aufgeführt sind bekannte Grössen, wenn es um den Bau von Service-orientierten Applikationen (SOA) geht, wie SAP, Software AG, Sun, Intersystems, Red Hat (JBoss). Und neu unter den "Visionären" aufgeführt ist eben die Basler E2E.
Viel Lob für, aber auch Zweifel an E2E
Die als kritisch und unbeeinflussbaren Gartner-Leute sparen in der "Einzelabreibung" der aufgeführten Anbieter nicht mit Lob für E2E. Die "Bridge" von E2E sei einen innovative Middleware-Plattform, so Gartner. Zudem sei die "UML Virtual Machine" von E2E eine sehr produktive und skalierbare Umgebung für die Modell-basierte Entwicklung. Gartner gefällt auch, dass es signifikante, installierte Basis in anspruchsvollen SOA-Projekten für die E2E-Software gibt.
Doch Gartner lobt nicht nur, Gartner warnt auch. E2E sei eine kleine Firma mit limitierten Entwicklungskapazitäten. Zudem seien nur wenig Spezialisten für die E2E-Produkte verfügbar und die Firma laufe Gefahr, Ressourcen und Marketing überzustrapazieren, da man sich nicht auf einzelne Branchen fokussiere.
Nach eigenen Angaben haben die Basler heute 45 Kunden in 30 Ländern. So setzt Swisscom die "Bridge" von E2E im Kundendienst für KMUs ein, wo die "Brücke aus Basel" als Middleware zwischen der Swisscom-eigenen Software und der Process-Performance-Management-Lösung von IDS Scheer eingesetzt wird.
Ein Blick in den "Magic Quadrant for Application Infrastructure for Back-End Application Integration Projects" von Gartner ist interessant, doch sind die Gartner-Untersuchungen meist auch sehr teuer. Allerdings findet eine kleine Suchanfrage eine (zur Zeit noch?) kostenlos veröffentlichte Ausgabe online. (Christoph Hugenschmidt)

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