Basler Kantonalbank verlässt RTC und wählt Avaloq

20. Dezember 2007, 17:10
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Nach der Migros Bank und den drei Ostschweizer RBA-Banken verlässt nun auch die Basler Kantonalbank IBIS und RTC. Coop Bank ebenfalls auf Avaloq.

Nach der Migros Bank und den drei Ostschweizer RBA-Banken verlässt nun auch die Basler Kantonalbank IBIS und RTC. Coop Bank ebenfalls auf Avaloq.
Der Konzern Basler Kantonalbank hat sich entschieden, die Kernbankenlösung Avaloq bei der Basler Kantonalbank (BKB) und bei deren Tochter Coop Bank einzuführen. Die Migration bei der BKB soll bis Ende 2009, bei der Bank Coop bis Ende 2010 abgeschlossen sein. Dem Entscheid sei eine ausführliche Evaluation verschiedenster Lösungen vorausgegangen. Implementierungspartner ist Softlab. Wer den Betrieb übernehmen wird, ist noch nicht bekannt. Die Kosten der IT-Migration werden über Rückstellungen finanziert. Hans Rudolf Matter, Vorsitzender der Konzernleitung der Basler Kantonalbank, spricht von einem "wichtigen Meilenstein".
Die BKB setzte bisher die Kernbankenlösung IBIS des Berner Softwareherstellers und Outsourcers RTC ein, während die Bank Coop eine Eigenlösung im Einsatz hat. Wie Peter Gertsch, Bereichsleiter Competence Center Informatik bei der BKB, gegenüber inside-it.ch sagt, sah man mit IBIS wenig Perspektiven. Ganz andere Töne waren noch Ende August zu vernehmen. Damals sagte uns ein BKB-Sprecher: "RTC gewährleistet eine gute Betriebsstabilität und deckt damit unsere Bedürfnisse ab."
Mit diesem Schritt geht die BKB den gleichen Weg wie vor ihr die Migros Bank die drei Regionalbanken Alpha Rheintal Bank, Bank CA St. Gallen sowie die swissregiobank. Diese vier Banken wollen Finnova einsetzen und sind dafür bereit, viele Mittel zu investieren. Auch sie sehen bei IBIS keine Perspektive.
Nun stellt sich die Frage, wie die seit zwei Jahren dauernde Weiterentwicklung von IBIS finanziert werden soll. Wie Migros-Bank-Chef Harald Nedwed im September gegenüber inside-it.ch sagte, trug die Bank mindestens 25 Prozent der Erneuerungskosten. Die BKB besitzt einen Anteil von 10 Prozent an RTC. Gertsch sagt gegenüber inside-it.ch, dass man auch einen ungefähr gleich grossen Anteil der Kosten trage bzw. getragen habe.
Wie zudem seit zehn Tagen bekannt ist, wollte ein Drittel der 51 Regionalbanken ebenfalls nicht an IBIS festhalten. Doch vorerst bleibt der RBA-Verbund bei der einheitlichen Informatik-Plattform. Bei RTC war heute leider niemand für eine Stellungnahme erreichbar. (Maurizio Minetti)

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