Bauprojekt für Basler Informatik-Dienststelle verschlingt Millionen

15. November 2007, 15:26
  • e-government
  • informatik
image

Der Neubau eines Gebäudes, das die Zentrale Informatik-Dienststelle des Kantons Basel-Stadt beherbergen sollte, verzögert sich und kostet zehn Millionen Franken mehr als geplant.

Der Neubau eines Gebäudes, das die Zentrale Informatik-Dienststelle des Kantons Basel-Stadt beherbergen sollte, verzögert sich und kostet zehn Millionen Franken mehr als geplant.
Die 'Basler Zeitung' hat heute aufgedeckt, dass der Neubau für die Zentrale Informatik-Dienststelle des Kantons Basel-Stadt (ZID) rund zehn Millionen Franken mehr kosten wird als ursprünglich geplant. Die ZID ist an den drei Standorten Petersgraben, Spalenvorstadt und Holbeinstrasse mit ihren rund hundert Mitarbeitenden für zentrale IT-Dienstleistungen für Ämter bzw. Dienststellen des Kantons verantwortlich. Vor zwei Jahren kaufte die Stadt Basel für 2,9 Millionen Franken das stillgelegte Hotel Steinengraben, um die drei Standorte zu zentralisieren.
Das einstige Hotel sollte zum "Informatik-Herz der Stadt" umgerüstet werden. Ein Investitionskredit von 14,8 Millionen Franken stand für eine Sanierung bereit. Doch schnell zeigte sich, dass die Verantwortlichen von der Eigentümerin PSP eine "Abbruchliegenschaft" gekauft hatten, die gemäss 'baz' selbst als gewöhnliches Bürogebäude nicht taugt. Investoren, die sich noch vor dem Kanton für die Liegenschaft interessiert hatten, liessen deshalb die Finger davon.
Mehr Platz für Server
Die 'baz' zitiert aus einem internen Schreiben des Finanzdepartements an die Regierung, aus dem die Grundlagenfehler hervorgehen, die das Baudepartement erst nach vollzogenem Kauf feststellte. Es haperte auch in der Kommunikation: Die ZID-Informatiker hatten für zusätzliche Server mehr Platz (+200m²) angefordert und stellten eine entsprechend höhere Wärmelast durch die Rechner (+500 Watt/m²) in Aussicht. Gemäss 'baz' kam diese Bedarfsmeldung zwar beim Baudepartement an; die Neuerungen aber auch in die Bauanforderungen zu integrieren, "ging irgendwie vergessen", so die Zeitung.
Statt der ursprünglich geplanten Bausumme von 14,8 Millionen (zuzüglich den bereits genehmigten 3,5 Millionen für den Kauf, einen Teilrückbau sowie die Projektierung) würde der ZID-Bau gemäss 'baz' 24,5 Millionen Franken verschlingen. Alleine 3,5 Millionen beruhen auf fehlerhafte Kommunikation zwischen der ZID und dem Baudepartement. Gemäss Baudepartement wird der Ratschlag zum Neubau im ersten Quartal 2008 vorliegen. Erst dann könne eine verpflichtende Aussage zu den Kosten gemacht werden. Der Sprecher des Baudepartements, Marc Keller, sei schon heute überzeugt, dass das Projekt ZID für den Staat gesamthaft günstig sei, so die 'baz'. Wie die Zeitung schreibt, wird die ZID selbst bei gutem Bauverlauf nicht vor 2010 ihr neues Domizil beziehen können. Fünf Jahre nach dem Kauf der Liegenschaft durch den Staat. (Maurizio Minetti)

Loading

Mehr zum Thema

image

Anti-Fake-News-Initiative ist vorerst vom Tisch

Mit einem Vorstoss sollten Betreiber in die Pflicht genommen werden, wenn auf ihren Onlineplattformen Falschinformationen verbreitet wurden. Zunächst sind aber Abklärungen nötig.

publiziert am 3.2.2023
image

Der Wandel im Beschaffungsrecht

Am 02. Februar 2023 ist das erste Event seiner Art – "E-Government im Fokus" – von inside-it.ch über die Bühne gegangen. Wir haben mit 4 Speakern diskutiert, die das Beschaffungswesen in- und auswendig kennen.

publiziert am 3.2.2023
image

Next Episode: Das neue Simap verzögert sich nochmals

Die Entwickler haben die "Komplexität analysiert" und sind zu einer neuen Schätzung gelangt. Dieses Jahr wird’s nichts mehr mit KISSimap.

publiziert am 3.2.2023
image

Der Kanton Bern präsentiert seine Digitalisierungs-Ideen

Die Berner Regierung hat 36 Schwerpunkte der Digitalisierung vorgestellt. Darunter ein Pioniervorstoss in Sachen E-ID und ein Problemprojekt.

publiziert am 3.2.2023