BCV will weder Avaloq noch Finnova

9. September 2016, 08:51
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Die Waadtländer Kantonalbank wechselt mit ihrem Kernbankensystem Marke Eigenbau weder zu Finnova noch zu Avaloq, sondern verfolgt eine andere IT-Strategie.

Die Waadtländer Kantonalbank wechselt mit ihrem Kernbankensystem Marke Eigenbau weder zu Finnova noch zu Avaloq, sondern verfolgt eine andere IT-Strategie.
Es gibt den letzten Mohikaner und es gibt eine letzte mittelgrosse Bank mit einem selbst gebauten Kernbankensystem: Die Banque Cantonale Vaudoise (BCV). Sie setzt auf den Eigenbau "Osiris" und lässt die Plattform von IBM betreiben.
Nun erhält die BCV per ersten Januar 2017 mit Christian Meixenberger einen neuen Generaldirektor für die Divison Service, welche auch die Informatik der Bank beinhaltet. Das provoziert Fragen und die Spekulation, dass BCV nun das Kernbankensystem Osiris ablösen werde.
Berechtigte Spekulationen, hat doch Meixenberger bereits bei der Fribourger Kantonalbank eine Standardlösung und Outsourcing neu eingeführt. Interessant ist zudem das Jahr 2018: Es ist bekannt, dass Osiris sicher bis 2018 im Einsatz bleiben wird. Inside-it.ch hat bei Mediensprecher Christian Jacot-Descombes von der BCV nachgefragt.
Inside-it.ch: Gibt es einen Plan, Osiris durch eine Standardlösung wie diejenige von Finnova oder Avaloq zu ersetzen?
Christian Jacot-Descombes: Nein, das ist absolut falsch. Wir dementieren dieses Gerücht.
Ist entschieden, ob die BCV Osiris nach 2018 weiterhin warten und weiterentwickeln wird?
Ja, es handelt sich um ein zuverlässiges System, das perfekt an die Bedürfnisse einer Universalbank von der Grösse der BCV angepasst ist. Es gibt weder einen Plan noch eine Analyse, um Osiris zu ersetzen. Es ist ein System, mit dem wir sehr zufrieden sind. Herr Meixenberger wurde nicht eingestellt, um eine Migration durchzuführen, sondern einfach, weil er der Beste für diese Stelle ist.
Welches sind denn die Hauptaufgaben von Herrn Meixenberger?
Zu seiner Division gehören neben der Informatik die Backoffices Wertschriften und Zahlungen, der Sicherheit, allgemeine Dienstleistungen und der Depositenbank.
Aus welchem Jahr stammt das Core von Osiris?
1992 bis 1994. Es ist zu beachten, dass Osiris nicht älter ist als die Standardlösungen beispielsweise von Finnova oder Avaloq. Ausserdem bildet Osiris nur einen Teil der BCV-Informatik.
In welcher Programmiersprache ist Osiris geschrieben?
Cool:gen, vierte Generation.
Langfristige Jobperspektiven für Spezialisten
Cool:gen? Dies ist eine proprietäre Programmiersprache, zu welcher sich auf Amazon kein Buch findet, heute null Stellen in der Schweiz dafür ausgeschrieben sind und auf Gulp bloss 25 Freiberufler ihre Kenntnisse anbieten.
Die Osiris-Spezialisten, welche die Bank von IBM übernahm, dürften also gute Perspektiven bei BCV haben. (Marcel Gamma)

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