Be evil: Google zensuriert Websuche in China

25. Januar 2006, 09:59
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Weltweit grösste Suchmaschine verliert die Unschuld.

Weltweit grösste Suchmaschine verliert die Unschuld.
Ab heute können 111 Millionen Internet-BenützerInnen in China Google auch in Chinesisch benützen. Google.cn wird von China aus betrieben. Allerdings werden die Suchresultate bei gewissen Begriffen eingeschränkt - politisch "heikle" Seiten wird Google nicht anzeigen. Die Suchmaschine gab es bisher schon in Chinesisch, wurde aber von Kalifornien aus betrieben.
Damit unterwirft sich Google, ähnlich wie chinesische Konkurrenten und US Firmen wie Microsoft oder Yahoo der chinesischen Zensur. "Um in China tätig zu sein und den lokalen Gesetzen, Regulierungen und Grundsätzen zu genügen, haben wir gewisse Inhalte aus den Suchresultaten auf Google.cn entfernt." So wird Andrew McLaughlin, Googles "senior policy counsel" in der US Presse zitiert. Um nicht der Gefahr eines Konfliktes mit den chinesischen Behörden auszusetzen, wird Google E-Mail (Gmail) und die Blogging-Seite ("Blogger") in China gar nicht erst anbieten.
Die internationale Journalisten-Vereinigung "Reporter ohne Grenzen" kritisiert den Entscheid von Google zur Selbstzensur in China. Google erleichtere den chinesischen Behörden, das Internet von nicht genehmen Inhalten zu säubern. Denn eine Webseite, die von den Suchmaschinen nicht berücksichtigt wird, habe wenig Chance, überhaupt Beachtung zu finden. (Christoph Hugenschmidt)

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