Bechtle-Chef Ralf Klenk nimmt den Hut

11. Dezember 2008, 09:57
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Ralf Klenk tritt per Ende Jahr als Vorstandsvorsitzender zurück. Umbau des Vorstands des deutschen VAR- und E-Commerce-Riesen.

Ralf Klenk tritt per Ende Jahr als Vorstandsvorsitzender zurück. Umbau des Vorstands des deutschen VAR- und E-Commerce-Riesen.
Firmengründer Ralf Klenk (Foto) tritt für Aussenstehende überraschend schon per Ende Jahr als Vorsitzender des Vorstands (Geschäftsleitung) des Bechtle-Konzerns zurück. Klenk hat sich den Rücktritt per Mitte 2009 bereits vor fünf Jahren, als er den Job als Vorstandsvorsitzender von Gerhard Schick übernommen hatte, ausbedungen. Nun sieht er die Konzernleitung gut aufgestellt, so Sprecherin Sabine Brand, und gibt die Verantwortung für das kommende Geschäftsjahr bereits jetzt ab. Klenk wird dem Bechtle-Vorstand für die nächsten Monate noch beratend zur Seite stehen.
Holding-Geschäftsleitung nach Sparten aufgestellt
Neu wird der Vorstand des Milliarden-Konzerns in Sparten organisiert. Michael Guschlbauer, der 2008 von T-Systems zu Bechtle stiess, übernimmt die Verantwortung für den Geschäftsbereich "IT-Systemhaus & Managed Services". Bechtle-"Urgestein" Jürgen Schäfer leitet den Bereich IT-E-Commerce. Die beiden neuen Mitglieder der Konzernleitung haben je einen Vertrag für drei Jahre. Der Vertrag von Finanzchef Thomas Olemotz wurde vorzeitig um fünf Jahre verlängert. Einen eigentlichen CEO (Vorstandsvorsitzenden oder -Sprecher, so der deutsche Sprachgebrauch) gibt es also nicht mehr.
Die beiden Segmente, so argumentiert der Konzern, seien "von unterschiedlichen Denkweisen und Strukturen geprägt" und hätten "völlig unterschiedliche Entwicklungsstrategien". Tatsächlich baut der deutsche Konzern im Online-und Katalog-Business mit den beiden Marken "Bechtle direct" und "ARP" eine europaweite Präsenz auf, so erschien beispielsweise diesen September der erste Katalog in Irland.
Anders das viel lokalere IT-Systemhausgeschäft, wo Bechtle erst in der Schweiz wirklich flächendeckend präsent ist, das sich aber nur in kleinen Schritten ausbauen lässt.
Raum für private Interessen
Klenks Rücktritt mag überraschen, die Beweggründe sind allerdings nachvollziehbar. Klenk stand in den letzten 25 Jahren an der Spitze von Bechtle, der in dieser Zeit zu einem Milliarden-Konzern mit rund 4'500 Mitarbeitenden wuchs. Seinen Grundsätzen auch in Zukunft voll gerecht zu werden, hätte nach Klenks Worten bedeutet, Bechtle auch weiterhin zu seinem ausschliesslichen Lebensinhalt zu machen, heisst es in der Mitteilung von heute Morgen. "Daneben wäre bei dem Anspruch, den ich an mich persönlich habe, kein Raum mehr für weitere Lebenspläne. Die möchte ich aber als Privatmann in den nächsten Jahren angehen, nicht zuletzt durch ein verstärktes Engagement im sozialen Bereich", lässt sich Klenk in einer Mitteilung zitieren.
Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Verwaltungsrat) des Bechtle-Konzerns verändert sich gemäss Brand nicht. (Christoph Hugenschmidt)

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