Bechtle: E-Commerce margenträchtiger als Systemhäuser

29. März 2006, 12:31
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Bechtle hat im Geschäftsjahr 2005 durch seine Übernahmen wiederum ein solides Umsatzwachstum erzielt und sich nun einen internen Umbau verordnet.

Bechtle hat im Geschäftsjahr 2005 durch seine Übernahmen wiederum ein solides Umsatzwachstum erzielt und sich nun einen internen Umbau verordnet.
Der Umsatz der Bechtle AG ist im letzten Jahr auf insgesamt 1,18 Milliarden Euro angestiegen, 8,3 Prozent mehr, als vor einem Jahr. Auch unter dem Strich blieben die Schwaben, trotz der Wirren um Delec in der Schweiz, solide: Der Gewinn vor Steuern stieg um 9,6 Prozent von 37,6 Millionen Euro auf 41,2 Millionen Euro, das Ergebnis nach Steuern wuchs um 15,9 Prozent auf 29,3 Millionen Euro.
Rund 811 Millionen Euro beziehungsweise 69 Prozent des Gesamtumsatzes erzielten Bechtles IT-Systemhäuser. Dies ist gegenüber 2004 eine Steigerung um 11,1 Prozent, die aber zur Gänze auf die verschiedenen Übernahmen des Konzerns – in der Schweiz kamen ja im Verlaufe des Jahres 2005 CDC IT und Delec hinzu – zurückzuführen sind. Ohne die Übernahmen wäre der Umsatz im Systembereich gemäss Bechtle um 2,6 Prozent zurückgegangen. Insgesamt steuerte der Systemhausbereich vor Zinsen und Steuern 18,6 Millionen Euro zum Konzerngewinn bei, 4,5 Prozent mehr als 2005. Die Marge ist also in diesem Bereich leicht gesunken, was Bechtle auf einen allgemeinen Margendruck bei Dienstleistungen zurückführt.
In der Schweiz erzielten Bechtles IT-Systemhäuser 2005 einen Umsatz von 148,8 Millionen Euro, wobei der Umsatz von CDC seit dem 28. Februar und der von Delec seit dem 1. Mai mitgezählt wurde.
IT-Handel margenträchtiger als Systemhäuser
Das zweite Bechtle-Segment, das IT-Handelsgeschäft mit den Firmen ARP Datacon und Bechtle direkt, von Bechte "IT-E-Commerce" genannt, erreichte ein Umsatzwachstum von 2,5 Prozent gegenüber 2004 auf 367 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern betrug 22,6 Millionen Euro – interessanterweise war also das in der IT-Szene oft etwas verpönte reine Handelsgeschäft für Bechtle deutlich margenträchtiger als der dienstleistungslastigere Bereich der Systemhäuser (EBIT-Marge 6,2 Prozent verglichen mit 2,3 Prozent.)
Die Umsätze in der Schweiz in diesem Bereich gab Bechtle nicht bekannt.
Neue Führungsstruktur
Um das Wachstum durch die zahlreichen Akquisitionen und Neugründungen der letzten Jahre zu berücksichtigen und dabei seine dezentrale Ausrichtung zu bewahren hat sich Bechtle eine neue Führungsstruktur gegeben, wie anlässlich des Jahresberichts ebenfalls bekannt gegeben wurde. Im Bereich IT-E-Commerce hält Bechtle dabei weiterhin an den beiden Marken ARP Datacon und Bechtle direkt fest, die "konsequent" getrennt geführt werden sollen. Im Bereich der IT-Systemhäuser ist die hauptsächliche Änderung die Einführung einer mittleren Führungsschicht von "Bereichsvorständen" mit jeweils jeweils regionaler Führungsverantwortung. Unterteilt sind sie in die vier Regionen Schweiz, Deutschland Nord/Ost, Mitte und Süd.
Vorsichtige Prognose
Für 2006, so Bechtle, sei man "zuversichtlich aber nicht euphorisch". Auf der Gewinnseite erwartet Bechtle ein ähnliches Ergebnis wie 2005. "Wir erwarten vom Markt in diesem Jahr noch keinen kräftigen Rückenwind, sondern rechnen vielmehr in dem für uns relevanten Business-Segment (B2B) mit einem moderaten Wachstum in einem Korridor zwischen einem und drei Prozent", meinte dazu der Vorstandsvorsitzende der Bechtle AG Ralf Klenk.
Zu den strategischen Massnahmen soll ein Ausbau des Bereichs Managed Services (Outsourcingprojekte für KMU), die weitere Verstärkung des Bereichs Öffentliche Auftraggeber sowie die "Forcierung der Zweimarkenstrategie" im Segment IT-E-Commerce gehören.
Ob weitere Übernahmen vorgesehen sind, verriet Bechtle nicht. Dass man aber das nötige Kleingeld dazu hätte liess Klenk ziemlich deutlich erkennen. Man verfüge "über eine komfortable Liquiditätsreserve von 95,6 Millionen Euro. Das ist ein komfortabler Spielraum für weiteres Wachstum", betonte er. (Hans Jörg Maron)

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