Bechtle: "Markteinbruch in der Schweiz"

11. August 2006, 10:01
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Durch Akquisitionen konnte Bechtle den Umsatz im ersten Halbjahr erheblich steigern. Schweizer Systemhäuser bereiten aber nicht viel Freude.

Durch Akquisitionen konnte Bechtle den Umsatz im ersten Halbjahr erheblich steigern. Schweizer Systemhäuser bereiten aber nicht viel Freude.
Der deutsche Bechtle-Konzern präsentierte heute solide Ergebnisse für das vergangene erste Halbjahr. Durch Akquisitionen (Kauf der niederländischen Artikona über die Schweizer Holding – ARP) erreichte das Unternehmen einen um 8,5 Prozent gestiegenen Umsatz von 574,8 Millionen Euro (Vorjahr: 529,8). Ohne Berücksichtigung der Übernahmen lag der Konzernumsatz auf Vorjahresniveau. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern erhöhte sich um 8 Prozent auf 14,1 Millionen Euro verglichen mit 13,1 Millionen Euro im ersten Semester 2005.
Der Vorstandsvorsitzende Ralf Klenk gab sich gesamthaft zufrieden mit den Geschäftszahlen. Insbesondere deshalb, weil das operative Geschäft verbessert wurde, obwohl sich das Unternehmen in der Umsetzung von strategischen und strukturellen Massnahmen befinde. Bechtle konnte in beiden Geschäftseinheiten IT-Systemhaus und E-Commerce Umsätze und Ergebnisse steigern. Zwar ist die Steigerung des Umsatzes um 5,1 Prozent auf 379,9 Millionen Euro im Bereich IT-Systemhaus (60 Niederlassungen in Deutschland und in der Schweiz) akquisitionsbedingt. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern konnte aber ebenfalls um 8,5 Prozent gesteigert werden. Allerdings war die EBIT-Marge mit 1 Prozent nach 0,9 Prozent im Vorjahr immer noch sehr gering.
Im Bereich E-Commerce sieht die Margensituation ungleich besser aus, obwohl sie mit 5,4 Prozent kleiner war als im Vorjahr (5,8 Prozent). Bechtle gelinge es in diesem Bereich, den Margendruck insbesondere bei Hardware durch hohe "Prozesseffizienz" zu kompensieren, schreibt das Unternehmen. Der Geschäftsbereich erwirtschaftete eine Umsatzsteigerung um 15,6 Prozent auf 194,9 Millionen Euro. Das Ergebnis wuchs um 7,9 Prozent auf 10,5 Millionen Euro.
Die Mitarbeiterzahl von Bechtle erhöhte sich gesamthaft per 30. Juni um 5,4 Prozent auf 3861 Angestellte.
Markteinbruch in der Schweiz
Bechtle ist auch in der Schweiz stark präsent. Das Unternehmen schreibt, dass sich die Schweizer IT-Systemhäuser zwischen April und Juni dem "generellen Markteinbruch in der Schweiz" nicht entziehen konnten. Dadurch sei der Auslandumsatz in diesem Bereich um 4,4 Prozent gesunken. Die beiden im Vorjahr erworbenen Systemhäuser CDC IT seien im Übrigen noch nicht vollständig integriert. Deren vollständige Integration soll erst im "weiteren Verlauf des Geschäftsjahres" abgeschlossen werden. Ausserdem beklagt Bechtle die Kursschwäche des Schweizer Franken. (mim)

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