Bechtle Schweiz erleidet Umsatzrückgang

19. März 2009, 16:35
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Der grösste Schweizer IT-Fachhändler setzte im vergangenen Jahr weniger um. Auf Konzernebene konnte Bechtle Umsatz und Gewinn steigern. Doch 2009 wird auch für Bechtle ein schwieriges Jahr.

Der grösste Schweizer IT-Fachhändler setzte im vergangenen Jahr weniger um. Auf Konzernebene konnte Bechtle Umsatz und Gewinn steigern. Doch 2009 wird auch für Bechtle ein schwieriges Jahr.
Der deutsche Systemhaus und E-Commerce-Konzern Bechtle konnte im vergangenen Jahr den Umsatz europaweit um 3,5 Prozent auf 1,431 Milliarden Euro und den Vorsteuergewinn (EBT) um 4,3 Prozent auf 61,5 Millionen Euro steigern. Die EBT-Marge stagnierte bei 4,3 Prozent, ist aber im Branchenvergleich immer noch als hoch einzuschätzen.
Schweizer Umsatz gesunken
Der wichtigste Geschäftsbereich bleibt das Systemhaus-Geschäft, in dem Bechtle fast zwei Drittel seiner Erlöse erzielte. Bechtle konnte den Umsatz sowohl im Inland (+4%) als auch im Ausland (+2,4%) steigern. Nach wie vor erwirtschaftet der VAR gut einen Drittel des Umsatzes ausserhalb von Deutschland. Die Hälfte dieses Auslandumsatzes – nämlich 250,9 Millionen Euro – setzte Bechtle in der Schweiz um. Dies geht aus dem Geschäftsbericht hervor. Damit sank der Umsatz hierzulande im Vergleich zum Vorjahr (253,1 Millionen Euro). Dem Geschäftsbericht ist weiter zu entnehmen, dass in der Schweiz der Hardware-Handel um 0,9 Prozent rückläufig war.
Gemäss Bechtle wird sich die regionale Verteilung der Erlöse in den folgenden Jahren weiter zugunsten des Auslands verschieben. "In diesem Zusammenhang wird die Schweiz nach wie vor einen überdurchschnittlichen Anteil am Konzernumsatz haben", heisst es im Geschäftsbericht.
Bechtle beschäftigt hierzulande fast 1000 Personen und ist der mit Abstand grösste klassische IT-Fachhändler. Das Unternehmen wuchs in der Schweiz rasant durch Übernahmen und hatte in der Folge einige strukturelle Probleme - etliche Angestellte verliessen den Mega-VAR und einige Niederlassungen mussten geschlossen werden. Wie Unternehmenssprecher Thomas Fritsche zu inside-channels.ch sagt, hat sich die Situation im vergangenen Jahr jedoch verbessert. Der vor wenigen Tagen bekannt gewordene abrupte Chefwechsel in Bern zeigt aber, dass Bechtle immer noch nicht alles im Griff hat.
2009 wird ein schwieriges Jahr
Auf Konzernebene erwartet Bechtle aufgrund der Wirtschaftskrise schwierige Zeiten. "2009 wird auch für Bechtle ein schwieriges Jahr", sagte Konzernchef Thomas Olemotz heute an der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart. Bechtle habe in den ersten Wochen des Jahres bereits "Zurückhaltung" bei den Kunden gespürt. Das Unternehmen rechnet damit, dass der Umsatz im laufenden ersten Quartal um mindestens 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr sinken wird. Den ehrgeizigen Plan, bis 2010 die 2-Milliarden-Umsatz-Grenze zu knacken, hat Bechtle aufgegeben. Das Ziel wäre einzig mit einer Grossakquisition zu erreichen – eine solche ist aber nicht in Sicht. Die Vision, bis 2020 einen Umsatz von 5 Milliarden Euro zu erzielen, will Bechtle aber nicht aufgeben.
An einem Bechtle-Standort wurde Kurzarbeit angemeldet, an einem zweiten dürfte es bald so weit sein. Einen Stellenabbau wollte Olemotz nicht ausschliessen, er betonte aber, dass derzeit keine konkreten Pläne dazu vorliegen. (Maurizio Minetti)

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