Bechtle spannt die Muskeln

14. November 2008, 12:16
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Der Bechtle-Konzern will seine gut gefüllten Schatullen nutzen, um von der angekündigten Krise zu profitieren. Auffälliges Umsatzwachstum trotz Stellenabbau im Schweizer VAR-Business.

Der Bechtle-Konzern will seine gut gefüllten Schatullen nutzen, um von der angekündigten Krise zu profitieren. Auffälliges Umsatzwachstum trotz Stellenabbau im Schweizer VAR-Business.
Der paneuropäische VAR und Online-Händler Bechtle hat das dritte Quartal sehr solide überstanden. Der Umsatz wuchs, obwohl das Vergleichsquartal vor einem Jahr ausserordentlich gut war, um 0,7 Prozent auf 345,4 Millionen Euro. Der Betriebsgewinn verbesserte sich um 4,2 Prozent auf 17,8 Millionen Euro. Die EBIT-Marge (5,2 Prozent) sei fünf mal höher als beim nächstbesten vergleichbaren Konkurrenten, so Bechtle-Chef Ralf Klenk heute morgen an einer Telefonkonferenz.
Massives Umsatzwachstum in der Schweiz - trotz Stellenabbau
Die völlige Reorganisation des VAR-Geschäfts in der Schweiz, die Bechtle vor einem Jahr in Angriff genommen hatte. Doch offenbar hat der VAR-Konzern die meisten Abgänge kompensiert. In der Schweiz gebe es heute im Systemhausgeschäft 10 Stellen weniger als vor einem Jahr, so Klenk auf Nachfrage von inside-channels.ch. "Wir sind mit der neuen Struktur nun richtig aufgestellt," hiess es aus dem schwäbischen Hauptsitz.
Starke Bilanz zahlt sich nun aus
In Deutschland hat man den börsenkotierten Konzern immer wieder wegen seiner starken Bilanz kritisiert, da mit mehr Fremdkapital eine höhere "Hebelwirkung" (Leverage) und damit Verzinsung auf das eingesetzte Kapital zu erzielen wäre. Nun zahle sich die "schwäbische Vorsicht" aber aus, betonte Finanzchef Olemotz heute morgen. Man werde die starke Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von 66 Prozent und liquiden Mitteln von 60 Millionen Euro in der Krise nützen, so Olemotz.
Der Bechtle-Konzern will die sich abzeichnende Nachfrageverlangsamung auf zwei Wegen zu einer Gelegenheit ummünzen: Einerseits kann Bechtle Kunden gewinnen, die einen finanziell stabilen Partner suchen, andererseits kann sie die Krise für billige Übernahmen von anlehnungsbedürftigen VARs genutzt werden. Im Gegensatz zur Schweiz ist Bechtle in Deutschland noch überhaupt nicht flächendeckend präsent.
Ausserdem wird Bechtle, Krise hin oder her, die geplante Expansion mit dem Online- und Kataloggeschäft planmässig vorantreiben. Im März soll Bechtle direct in Portugal starten. Der Konzern wäre dann in 11 Ländern Europas präsent. (Christoph Hugenschmidt)

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