Bechtle trotz Krise noch profitabel

11. August 2009, 09:01
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Der Bechtle-Konzern musste im ersten Halbjahr Umsatzeinbussen hinnehmen, steuert aber ohne massiven Stellenabbau profitabel durch die Krise.

Der Bechtle-Konzern musste im ersten Halbjahr Umsatzeinbussen hinnehmen, steuert aber ohne massiven Stellenabbau profitabel durch die Krise.
Der deutsche VAR- und E-Commerce-Konzern Bechtle spürt die Wirtschaftskrise, blieb aber auch im ersten Halbjahr 2009 profitabel. Der Mega-VAR, der mit den Systemhäusern, ARP und Comsoft ein gewichtiger Player im Schweizer IT-Geschäft ist, setzte in den ersten sechs Monaten des Jahres 642 Millionen Euro um, etwas weniger (5,8 %) als vor einem Jahr.
Der Gewinn litt unter der Krise viel stärker. Er halbierte sich nämlich im Vergleich zum Halbjahr 2008 fast. Immerhin verdiente Bechtle trotz Krise unter dem Strich noch Geld: Der Nachsteuergewinn betrug konzernweit noch 9,1 Millionen Euro.
Die operative Marge betrug im Systemhausgeschäft noch 1,8 Umsatzprozente (Vorjahr: 3,3), im E-Commerce-Geschäft (Bechtle direct, Comsoft, ARP) fiel sie von 3,0 auf 2,6 Prozent.
Papa Staat hilft dem VAR-Business
Im VAR-Business ist der Bechtle-Konzern ausserhalb von Deutschland nur in der Schweiz sowie mit kleineren Niederlassungen in Österreich aktiv. Der Konzern setzte im ersten Halbjahr ausserhalb von Deutschland im Systemhausgeschäft 68,7 Millionen Euro um, und erzielte damit ein kleines Plus von 2,2 Prozent. Die Steigerung ist aber auf eine Übernahme in Österreich zurückzuführen.
Während die in Deutschland und der Schweiz stark exportorientierte Industrie bei (IT-)Investitionen offensichtlich und überhaupt nicht überraschend äusserste Zurückhaltung übt, konnte Bechtle im Geschäft mit der öffentlichen Hand massiv (+ 21,5 %) zulegen. Die Nachfrage der öffentlichen Hand nach IT-Projekten habe "stabilisierend" gewirkt, heisst es vom Bechtle Platz 1 in Neckarsulm.
Insgesamt wird der deutsche VAR-Koloss wohl gestärkt aus der Krise herauskommen. Denn der Konzern konnte den Cash-Flow trotz Krise mehr als verdoppeln. Im ersten Halbjahr 2009 flossen Bechtle immerhin 19,4 Millionen Euro an flüssigen Mitteln zu. Zudem baut Bechtle nur sehr vorsichtig, zumindest wenn man die Gesamtzahl anschaut, Stellen ab. Total beschäftigt Bechtle nun 4'395 Mitarbeitende, praktisch gleich viele wie vor einem Jahr (4'405). Zu berücksichtigen ist aber, dass in Österreich und Deutschland Systemhäuser dazu gekommen sind. Zudem hat Bechtle, wie 'CRN Deutschland' berichtet, Kurzarbeit in der Zentrale in Neckarsulm eingeführt. (Christoph Hugenschmidt)

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