Bechtle wächst in der Schweiz über­durch­schnittlich

19. März 2021, 10:51
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Der Konzern profitiert von den Auswirkungen der Covid-Pandemie. Das Schweizer System­haus­geschäft wächst erneut stark.

Nach einem starken dritten Quartal konnte der Bechtle-Konzern auch das Gesamtjahr 2020 mit guten Zahlen abschliessen. Der Umsatz wuchs um 8,3% auf 5,82 Milliarden Euro. Das organische Wachstum belief sich laut Unternehmen auf 7,1%.
Das Vorsteuerergebnis stieg um 14,6% auf 270,7 Millionen Euro. Damit erhöhte sich die EBT-Marge von 4,4% im Vorjahr auf nun 4,7%, teilt Bechtle mit. Auch beim Mitarbeiteraufbau meldet Bechtle eine positive Entwicklung: Zum 31. Dezember waren 12'180 Mitarbeitende bei Bechtle beschäftigt, das sind fast 700 mehr als im Vorjahr.

"Erfreuliche" Entwicklung in der Schweiz

Im Segment IT-Systemhaus & Managed Services weist Bechtle für 2020 ein Umsatzplus von 10,9% aus. In der Schweiz und in Österreich hätten die Systemhausgesellschaften um 23% zugelegt, sagt Konzern-Chef Thomas Olemotz. Die Entwicklung in der Schweiz sei "überaus erfreulich". Im Vergleich mit den anderen europäischen Ländern entwickle sich die Schweiz überproportional, so Olemotz an der Medienkonferenz. Für das laufende Jahr erwartet er eine ähnliche Entwicklung.
Zum Wachstum im Segment beigetragen hätten insbesondere auch Kunden aus dem öffentlichen Sektor. Hier sei die Nachfrage in den Bereichen Modern Workplace, IT-Security und Multi-Cloud-Lösungen markant gestiegen. Dies sei wohl auch auf einen "Zwang zur Digitalisierung" aufgrund der Corona-Pandemie zurückzuführen, sagte Olemotz. 

Hohe Marge im E-Commerce

Im Segment IT-E-Commerce stieg der Umsatz um 3,5% auf 1,96 Milliarden Euro. Der EBIT im Segment stieg um 6,5% auf 97,5 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich auf 5,0%, was Olemotz auf den Produkte-Mix zurückführt. Der deutsche Markt sei im europäischen Vergleich weniger stark von der Pandemie betroffen gewesen und hätte sich deutlich besser entwickelt.

Positive Effekte durch Covid

Auswirkungen der Corona-Pandemie hätten das Ergebnis 2020 positiv beeinflusst, erklärt der Konzernchef. Dazu gehört die starke Nachfrage nach Peripherie-Geräten. Davon habe auch die Eigenmarke Articona profitiert, unter der Bechtle IT-Zubehör biete. Gleichzeitig sei der betriebliche Aufwand deutlich unter dem Vorjahr gelegen, was beispielsweise auf Einsparungen bei den Reisekosten zurückzuführen sei. Beide Effekte würden mit der Pandemie zusammenhängen und seien nicht nachhaltig, betont Olemotz.
Dennoch strebt das Unternehmen für 2021 eine stabile Marge an. Das laufende Jahr berge nach wie vor Unsicherheiten in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung. Gleichzeitig sei die Liefersituation in der IT-Branche nach wie vor angespannt. Unter anderem im Halbleiterbereich gebe es nach wie vor Lieferengpässe. Es bleibe abzuwarten, wie rasch die Hersteller diese lösen können, sagte Olemotz. 

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