Bedag baut Einwohnerdaten-Plattform für Kanton Zürich

1. März 2017, 08:20
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Als Konsequenz des neuen Melde- und Einwohnerregistergesetzes (MERG) schrieb der Kanton Zürich eine kantonale Einwohnerdatenplattform (KEP) aus.

Als Konsequenz des neuen Melde- und Einwohnerregistergesetzes (MERG) schrieb der Kanton Zürich eine kantonale Einwohnerdatenplattform (KEP) aus. Die IT-Lösung soll dazu dienen, die Zusammenarbeit der Behörden zu vereinfachen.
Den Zuschlag für die Bereitstellung, Lieferung und Einführung der KEP-Lösung erhielt Bedag Informatik mit ihrem Produkt "Geres", das bereits in 16 Kantonen eingesetzt wird.
Die Berner haben sich in einem offenen Verfahren gegen zwei Konkurrenzangebote durchgesetzt. Dies zeigt das Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich, das inside-it.ch vorliegt. Bedag hat laut dem Protokoll zwar nicht das günstigste Angebot gemacht, aber "Geres" habe bei den anderen vier von fünf bewerteten Zuschlagskriterien am besten abgeschnitten.
Der Zuschlag beläuft sich laut simap.ch auf 3,5 Millionen Franken für die Beschaffung inklusive Wartungskosten über fünf Jahre. Das Regierungsratsprotokoll vermerkt Anschaffungskosten von 1,6 Millionen plus jährlich wiederkehrend 625'000 Franken für Wartung und IT-Betrieb.
Als Option ausgeschrieben wurde der IT-Betrieb inklusive das IT-Housing. Es habe sich gezeigt, dass die externe Vergabe "zweckmässig und sinnvoll" sei, so dass die Option auch genutzt werden soll. Der Betrieb wird einmalig 40'000 Franken kosten und jährlich rund 240'000 Franken. Mit dem Beitritt zum Verein "Geres"-Community könne der Kanton Zürich künftig jährlich 95'000 Franken Betriebskosten sparen, rechnen die Zürcher vor.
Abbruch beim E-Voting
Abgebrochen hingegen wurde die Ausschreibung der Option "Stimm- und Wahldaten", einer Lösung zur Haltung und Verarbeitung von Stimm- und Wahldaten für das E-Voting. Laut Regierungsrat haben drei Gründe zum Teilabbruch geführt: die Möglichkeiten schon eingesetzter und getesteter E-Voting-Lösungen anderer Kantone, zudem die in der Zürcher Ausschreibung offenbar nicht "genügend ausgereiften Spezifikationen" und absehbare Gesetzesrevisionen.
Geplant ist der KEP-Zugriff aktuell für kantonale Stellen, aber nicht für Kommunen. Nichts mit KEP zu tun hat hingegen der "E-Umzug". (Marcel Gamma)

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