Bedag übernimmt SAP-Outsourcer AC-Service

25. August 2009, 09:16
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Bedag übernimmt per 1. September den Wettinger Outsourcer AC-Service für maximal 11 Millionen Franken. Staatliche Bedag stösst in den in den KMU-Markt vor. Abraxas-Bedag-Deal fraglicher denn je.

Bedag übernimmt per 1. September den Wettinger Outsourcer AC-Service für maximal 11 Millionen Franken. Staatliche Bedag stösst in den in den KMU-Markt vor. Abraxas-Bedag-Deal fraglicher denn je.
Die Berner Bedag Informatik, die sich zu 100 Prozent im Besitz des Kantons Bern befindet, übernimmt für maximal 11 Millionen Franken den Wettinger Outsourcer AC-Service. Der Preis setzt sich aus einem fixen Anteil von 7,6 Millionen Franken sowie einer umsatzabhängigen Komponente zusammen.
Verkäufer ist der deutsche SAP-Outsourcer All for One Midmarket, der bereits im April ankündete, AC-Service verkaufen zu wollen. Fünf Prozent der AC-Service gehören der Krankenkasse Sanitas, die ihren Anteil so weit bekannt behalten wird. Wie Bedag-Sprecher Rudolf Steiner auf Anfrage sagte, wird der Verwaltungsrat von AC-Service neu besetzt, während die Geschäftsführung unter Daniel Kaiser gleich bleiben soll. Das Rechenzentrum von AC-Service in Wettingen soll beibehalten werden, so Steiner.
Für Bedag interessant sind einerseits diverse Kunden von AC-Service "im Umfeld von Verwaltungen", wie Steiner sagt. So zählen die Finanzdirektion des Kantons Zürich, die Krankenkassen Sanitas und Visana und acht Spitäler zu den Bezügern von Outsourcing-Dienstleistungen von AC-Service. Doch die Wettinger haben auch eine ganze Reihe von Kunden aus der Privatwirtschaft, so den Bankensoftware-Hersteller Finnova, BDO Visura, ABB und den Stahlhändler Pestalozzi. Synergien dürften sich aus dem gemeinsamen Betrieb der Rechenzentren ergeben (Backup, technische Infrastruktur). Steiner: "Der Rechenzentrums-Betrieb muss wachsen, wenn er rentabel bleiben soll und wir die Kostenführerschaft behalten wollen." Auf der Hand liegt, dass Bedag und AC-Service gemeinsam Skaleneffekte im Bereich Output-Dienstleistungen (Drucken, Verpacken, Versenden von Belegen, Rechnungen etc.) erzielen können.
Zudem ewirbt Bedag mit AC-Service Know-how im Betrieb von SAP- und Syrius-Umgebungen. Dies kann durchaus interessant sein, denn SAP wird auch von vielen Kantonen, grösseren Gemeinden und anderen verwaltungsnahen Betrieben verwendet. Syrius des St. Galler Software-Herstellers AdCubum seinerseits ist das weitaus verbreiteste System für Krankenkassen.
"Stillstand" im Abraxas-Bedag-Deal
Die Berner Bedag wollte ursprünglich sein Rechenzentrum in ein Joint-Venture mit der zürcherisch-st.-gallischen Abraxas einbringen.
Steiner spricht von einem "Stillstand" in den gemeinsamen Plänen von Abraxas und Bedag, der nicht durchbrochen werden könne, so lange der Kanton Zürich "nicht sagt, was er will."
Bedag ein Player in der Privatwirtschaft?
Noch offen scheint, ob Bedag langfristig alle bisherigen Kunden von AC-Service betreuen will. Denn AC-Service hat eben nicht nur "verwaltungsnahe" Kunden sondern auch viele aus der Privatwirtschaft (zum Beispiel H&M, Arcolor und SIG). Steiner: "Warum sollten wir die privaten Kunden nicht weiterbedienen? Es ist die erklärte Strategie des Kantons Bern, dass Bedag Synergien im Kerngeschäft mit Drittkunden finden soll. Es darf aber keine Quersubventionierungen geben." (Christoph Hugenschmidt)

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