Bedag verbessert Jahresergebnis leicht

29. April 2020, 12:33
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100 Millionen Umsatz wie früher macht Bedag nicht mehr, aber liefert doch wieder 5,5 Millionen Dividende ab.

Bedag Informatik hat 2019 im Vergleich zum Vorjahr sowohl Umsatz als auch Gewinn leicht gesteigert. Der IT-Dienstleister erzielte einen Umsatz von 86 Millionen Franken (2018: 83,8 / 2017: 90,6 / 2016: 100,2) und einen Gewinn von 5,5 Millionen Franken (2018: 5,3 / 2017: 11,0).
Damit erhält der Kanton Bern als Besitzer für 2019 eine Dividende von 5,5 Millionen Franken, meldet das Unternehmen. Die Zahl der Mitarbeitenden an den Standorten in den Kantonen Bern, Aargau und Jura blieb 2019 stabil bei 370 (2018: 369).
Die Jahreszahlen sind angesichts der Diskussionen um den Verkauf und die Geschäftsfelder nur bedingt vergleichbar. 2018 wurde entschieden, Bedag solle mit anderen Kunden als dem Kanton Bern nur noch maximal 20% des Umsatzes erzielen. Dies nach Kritik des Verbands Berner KMU und der Politik, dass Bedag private IT-Firmen unfair konkurriere.
Im Zug des Entscheids ging Ende 2018 der Chef Felix Akeret Knall auf Fall "wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Geschäftsführung".
Nun deutet sich ein weiterer Umbau für Akerets Nachfolger Fred Wenger, vormals bereits GL-Mitglied, an: Der Berner Regierungsrat schlägt nämlich vor, die Softwareentwicklung vom Bereich Rechenzentrum zu trennen und spätestens per Anfang 2022 in eine selbstständige Aktiengesellschaft zu überführen. Damit will der Regierungsrat die Voraussetzungen erfüllen, dass die Kantonale Verwaltung, beziehungsweise das Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern (KAIO), die kantonalen RZ-Dienstleistungen ohne Simap-Ausschreibungen bei Bedag beziehen kann. Damit wäre die Basis für eine Teilprivatisierung gelegt, auch wenn die neue Firma "vorerst" Bedag gehören soll.
Der Kanton Bern bleibt auf längere Zeit ein Ankerkunde für den Dienstleister. So erhielt Bedag im Februar mit einem Freihänder über 110 Millionen den Zuschlag des KAIO für 2020 und 2021 zum Betrieb von mehr als 250 Applikationen im Rechenzentrum und die damit verbundenen Services. In den beiden Vorjahren hatte der Kanton noch jeweils 44 Millionen jährlich dafür überwiesen.
Die Differenz ist auch auf den Kantons-Auftrag zum Betrieb und Weiterentwicklung von rund 11'500 Workplaces auf Windows-10-Basis zurückzuführen. Eingeschlossen seien auch Datenablage, Konnektivitäts-, Zusammenarbeits- und Kommunikationsinstrumente, so die Firma.
Der Auftrag basiert auf der ICT-Strategie des Kantons Bern 2016 -2020, die besagt, es solle zukünftig nur noch eine Client-Plattform betrieben werden. Der kantonsweite Rollout soll laut initialer KAIO-Planung Mitte 2021 abgeschlossen sein.
Mit diesem Referenzkunden begründet Bedag nun den neu gegründeten Geschäftsbereich "Workplace Services", dessen Leiter Robert Lörtscher seit 2019 auch GL-Mitglied ist.

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