Bedag: Weniger Mitarbeitende, mehr Gewinn

13. Juni 2014, 14:00
  • e-government
  • bedag
  • awk group
image

Der Berner IT-Dienstleister musste letztes Jahr 31 Jobs streichen. Nun bangt das Unternehmen ums lukrative Software-Geschäft.

Der Berner IT-Dienstleister musste letztes Jahr 31 Jobs streichen. Nun bangt das Unternehmen ums lukrative Software-Geschäft.
Im vergangenen Jahr hat der Berner IT-Dienstleister Bedag 31 Stellen gestrichen. Wie es bei Bedag auf Anfrage von inside-it.ch heisst, lässt sich der Jobabbau mit der eingeleiteten Konsolidierung erklären. Bedag sei in den Vorjahren schnell gewachsen und habe dabei auch aufwendige kleinere Projekte übernommen. Die sei man dabei zurückzufahren, würde vermehrt standardisieren und habe auch diverse IT-Services zusammengefasst. Diese strategische Neuausrichtung spiegle sich eben auch im Stellenabbau.
Zudem ging bei Bedag letztes Jahr der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Millionen Franken auf 112,1 Millionen Franken zurück. Gleichwohl habe man den Gewinn im Vergleich zu 2012 um etwas mehr als sieben Prozent oder rund 0,5 Millionen Franken auf knapp 6,9 Millionen Franken steigern können, teilt das Unternehmen mit. Dem Kanton Bern als Eigentümer soll daraus eine um 10 Prozent höhere Dividende von diesmal 4,7 Millionen Franken zufliessen. Der leicht rückläufige Umsatz wird mit den 2012 abgeschlossenen Grossprojekten wie Venturo erklärt.
Bedag geht zwar davon aus, dass dieses Jahr keine Stellen mehr gestrichen werden müssen und der Personalbestand bei 440 Personen (417 Vollzeitstellen) gehalten werden kann. Doch man betont gleichzeitig, dass im laufenden Jahr "mit erheblichem Kostendruck und knappen Budgets gerechnet" werden müsse. Trotz Investitionsbedarf würde "gerade bei öffentlichen Verwaltungen verstärkt Ausgabenplafonierungen verhängt oder bisherige Mittelallokationen gekürzt", heisst es im Geschäftsbericht.
Angesprochen wird damit offensichtlich auch der Expertenbericht des Consulters AWK, die Umsetzung dieser Kosteneinsparungen rasch in Angriff zu nehmen. Insbesondere der Experten-Vorschlag, aus der Software-Entwicklung auszusteigen, würde Bedag treffen. Immerhin 26 Prozent des Gesamtumsatzes wurden im Bereich der Entwicklung und Wartung von Branchen-, Fach- und Individual-Software erzielt. - Ein Sektor, in dem 2013 "ein überdurchschnittliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr" realisiert werden konnte. Die restlichen 74 Prozent des Umsatzes werden mit Data-Center-Services - Betrieb von eigenen und kundenspezifischen Rechenzentren – erzielt, schreibt Bedag. (vri)

Loading

Mehr zum Thema

image

Edöb: "Vertrauen Behörden nur auf private Gutachten, können sie sich eine blutige Nase holen"

Der Eidgenössische Datenschützer kritisiert Anwaltskanzleien, die Behörden beim Einsatz von US-Cloud-Diensten Sicherheit versprechen. Im Interview schildert Adrian Lobsiger seine Sicht.

publiziert am 28.9.2022
image

Keine kritischen Lücken im E-Voting-System der Post gefunden

Beim Bug-Bounty-Programm gelang es niemandem, in das System oder die elektronische Urne einzudringen. Die Tests gehen aber noch weiter.

publiziert am 28.9.2022 1
image

Public Cloud: Der Bund hat Verträge mit Hyperscalern unterzeichnet

Da noch ein Gerichtsverfahren hängig ist, können die Ämter noch keine Cloud Services im Rahmen der 110 Millionen Franken schweren WTO-Beschaffung beziehen.

publiziert am 27.9.2022 1
image

Wie ein Chatbot der Berner Kantonsverwaltung hilft

Um die Mitarbeitenden zu entlasten, setzt das Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern (Kaio) auf einen Chatbot. Der Leiter des Service Desks erläutert im Gastbeitrag das Vorgehen.

publiziert am 27.9.2022