Behält ZKB SAP als Software-Plattform?

20. September 2012, 10:21
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ZKB bleibt bei "best of breed", aber...

ZKB bleibt bei "best of breed", aber...
Seit dem grandiosen Scheitern.
Die Frage nach der richtigen IT-Plattformstrategie war damit aber nicht vom Tisch. Wie aus einem E-Mail des neuen Logistik-Chefs Jürg Bühlmann, das inside-it.ch vorliegt, hervorgeht, hat man vor rund drei Monaten mit dem Projekt "Belenus" erneut untersucht, ob man Avaloq als Standard-Kernbankenlösung einsetzen könnte. Nun liegt die Antwort vor: "Eine gesamthafte Umsetzung übersteigt die verfügbaren Finanzmittel in den IT-Plänen der kommenden Jahre. Die Erneuerung soll abgestimmt auf die finanziellen Mittel, kontinuierlich über die nächsten Jahre erfolgen", schreibt Bühlmann.
Die IT-Architektur werden künftig "domänenorientiert" ausgerichtet, um mehr Flexibilität bezüglich Individualisierung, Standardisierung und In- oder Outsourcing zu erreichen, heisst es in dem Mail. Den Begriff der "Domänen" definiert Bühlmann weiter oben im Mail: "Kontoführung, Finanzierung, Anlagen, Partner". Das Projekt "Belenus" werde nun abgeschlossen und die Projekte zur Plattformerneuerung "schrittweise" in die IT-Planung übernommen.
Bleibt SAP Kernlösung?
Das Mail Bühlmanns enthält durchaus auch Sprengstoff. Als zweitletzter Punkt heisst es nämlich: "Der Entscheid zur Zielplattform im Bereich Kontoführung fällt der Leiter Logistik bis Ende 2012". Die jetzige Plattform bei der Kontoführung ist SAP. Wie Bühlman in dem Mail schreibt, führt die grösste Schweizer Kantonalbank als Vorbereitung für den Entscheid nun Verhandlungen mit SAP und Avaloq "über den Einsatz ihrer Standard-Lösungen in einzelnen Domänen". Denkbar ist also, dass die ZKB zumindest für die Kontoführung ihre Systeme auf Avaloq konsolidiert.
Die Bank wollte auf unsere Fragen hin keine weiteren Kommentare abgeben. "Im Moment lässt sich zum Abschluss Belenus nicht mehr sagen," so ZKB-Sprecherin Evelyne Brönnimann in einem E-Mail. (Christoph Hugenschmidt)
Unser Kommentar: Heinzmann und der keltische "Heilgott"
~~Die Frage, ob die Zürcher Kantonalbank nicht besser eine einzigen Kernbankenlösung einführen soll, statt mit der so genannten "best-of-breed"-Strategie einen ganzen "Zoo" von Software zu unterhalten, wird seit Jahren in und um die Bank heftig diskutiert.
Dass man die erneute Untersuchung, ob man Avaloq als Gesamtlösung einführen könnten, "Belenus" nannte, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Belenus ist nämlich (danke Wikipedia!) der römische Namen für den keltischen Gott Belinos, den man auch als "Heilgott" betrachtet. Eine andere Interpretation des Namens bezieht sich auf das keltische Wort für Bilsenkraut, ein Halluzinogen.
Spannend ist das Mail des ZKB-Logistik-Chefs auch im Zusammenhang mit dem künftigen Leiter IT-Strategie, Daniel Heinzmann, der seinen Job per 1. Januar antreten wird. Denn Heinzmann ist als bisheriger Leiter der Zürcher OIZ (Organisation und Informatik) kein Spezialist für Banken-Software. Man kennt ihn allerdings als guten Kommunikator und Restrukturierer. Diese Fähigkeiten sind besonders gefragt, wenn die Bank, wie im Mail von Bühlmann angetönt, in Zukunft gewisse Prozesse auslagern will.~~ (Christoph Hugenschmidt)

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