Behörden wollen immer mehr Google-Daten

14. November 2013, 15:02
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Der achte Google-Transparenzbericht und der erste nach der NSA-Affäre zeigt: Seit 2010 haben sich die Behörden-Anfragen verdoppelt.

Der achte Google-Transparenzbericht und der erste nach der NSA-Affäre zeigt: Seit 2010 haben sich die Behörden-Anfragen verdoppelt.
Google hat heute seinen neusten Transparenzbericht veröffentlicht. Dieser dokumentiert, wie oft Behörden unter Nutzung des normalen Rechtswegs im ersten Halbjahr 2013 Nutzerdaten von Google verlangt haben. Seit der ersten Veröffentlichung im Jahr 2010 haben sich die Behördenanfragen mehr als verdoppelt. Die Länder mit dem grössten Datenhunger sind die USA, Indien, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien. Aus der Schweiz kamen jüngst 80 Anfragen zu 105 Nutzerkonten, wobei der Prozentsatz von Auskunftsersuchen, bei denen "einige Daten vorgelegt" wurden, bei 73 Prozent lag - so hoch war der Prozentsatz noch nie.
Im Lichte der NSA-Affäre und der Enthüllung, dass der US-Geheimdienst NSA in vielfältiger Weise direkten Zugriff auf Nutzerdaten hat, erscheint der Transparenzbericht nun in einem ganz anderen Licht. Der Bericht fungierte zwar schon bisher nur als eine Art Hinweis, dass Behörden ständig auf der Suche nach Nutzerdaten sind - Google darf die meisten Behördenanfrage nämlich gar nicht publizieren. Doch der Tenor der Berichte war stets positiv: Schaut her, wir sorgen für Transparenz.
Der Blogeintrag zum neuen Transparenzbericht zeigt nun aber, dass sich die Situation seit den Enthüllungen von Edward Snowden dramatisch verändert hat. Google betont nun nicht mehr die Transparenz an sich, sondern die Tatsache, dass der Bericht kein Gesamtbild liefern könne. (mim)

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