Beim Bund harzt selbst die Telefonbeschaffung (Update)

22. Juni 2016, 16:06
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Insgesamt 16'700 IP-Telefonen will der Bund anschaffen.

Insgesamt 16'700 IP-Telefonen will der Bund anschaffen. Doch die erste Ausschreibung ist nun abgebrochen worden. Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) hatte nach eigenen Angaben keine Angebote erhalten, die "alle Musskriterien" erfüllt. Wie die Pressesprecherin des für die Beschaffung zuständigen Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL) Aline Clauss in einem Mail an inside-it.ch schreibt, hat sich gezeigt, dass "die in der ersten Ausschreibung geforderten Musskriterien vom Markt zur Zeit teilweise nicht erfüllt werden können". Deshalb prüfe man nun, ob bei der Neuausschreibung im Juli an den Musskriterien festgehalten wird: "Bei welchen Kriterien allenfalls Anpassungen vorgenommen werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest", so Clauss weiter.
Die Sache ist insofern dringend, weil man natürlich auch beim Bund schon seit 2014 weiss, dass Swisscom die ISDN- und analoge Telefonie Ende 2017 abzuschaffen plant. Von besonderem Zeitdruck will man im BBL allerdings nichts wissen, da "ein öffentliches Ausschreibungsverfahren in der Regel weniger als ein Jahr dauert", wie Clauss schreibt.
Nichts habe dieser Abbruch und die Neuausschreibung jedoch mit der gleichentags ausgeschrieben Beschaffung von USB-Tischtelefonen des Typs Polycom CX300 R2 für die UCC-Umgebung (Unified Communication & Collaboration) des Bundes zu tun, betont Clauss. Klar ist hier zwar, dass die Lieferung ab dem 2. Semester 2016 möglich sein muss. Doch wie viele solcher Geräte in den Jahren 2016 bis 2020 angeschafft werden, ist bewusst nicht definiert worden. Die Simap-Ausschreibung betont vielmehr, der Anbieter habe anzuerkennen, dass die "Bestellungen auf Abruf in unterschiedlichster Stückzahl über den gesamten Beschaffungszeitraum erfolgen können". Weder eine minimale noch eine maximale Bestellmenge werde akzeptiert, auch wenn die "Stückzahlen von einem Stück bis zu mehreren hundert oder tausend Stück variieren" können.
Update: Clauss wird konkreter und teilt mit, dass diese Ausschreibung einen Grundauftrag mit insgesamt 2000 Telefonen umfasst, die über fünf Jahre gelieferten werden sollen. "Zusätzlich wird für dieselbe Vertragsdauer eine optionale, also nicht bezugspflichtige Option, von total 38'000 Geräten mit ausgeschrieben", so Clauss. Der Bund kann diese Menge an Geräten bei Bedarf also "ganz, nur teilweise oder gar nicht" beschaffen. Update-Ende
Clauss teilt übrigens auch kurz und klar mit, dass die Ausschreibungen in keinem Zusammenhang mit der kürzlich erfolgten dritten Überprüfung des UCC-Projektes des Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) wird es nun Ende 2017. - Gerade noch rechtzeitig, bevor Swisscom beginnt, die ISDN- und analoge Telefonie abzuschalten. (vri)

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