Beobachter prognostizieren "Schluckweh" im HP-EDS-Deal

14. Mai 2008, 14:59
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Beobachter sind skeptisch. Sie glauben aber auch, dass Hurd die richtigen Entscheidungen treffen kann.

Beobachter sind skeptisch. Sie glauben aber auch, dass Hurd die richtigen Entscheidungen treffen kann.
Mit dem Kauf von EDS avanciert Hewlett-Packard zum zweitgrössten IT-Service-Anbieter der Welt hinter IBM. Beobachter sind aber - wie so oft bei grossen Zusammenschlüssen - skeptisch und glauben mehrheitlich nicht daran, dass IBMs Leaderposition durch HP gefährdet werden könnte. Vielmehr werden mögliche Stolpersteine genannt, die HPs Weg nach oben beeinträchtigen könnten. IDC und andere Marktbeobachter bemängeln, dass HP und EDS - im Gegensatz zu IBM - nicht als Berater wahrgenommen werden.
Peter Allen vom Outsourcing-Berater TPI glaubt beispielsweise, dass HP und EDS im Gegensatz zu IBM und Accenture zu wenig globalisiert seien. Um mit den grossen indischen IT-Dienstleister zu konkurrieren, Margen zu verbessern und Neukunden gewinnen zu können, müsse HP Stellen in Niedriglohnländer auslagern. Ein weiteres Problem sei, dass EDS nicht mehr technologieunabhängige Services bieten könne. Auch wenn sich EDS als "HP-unabhängig" verkaufe, würden Kunden immer misstrauisch sein. EDS ist zudem ein starker Partner des HP-Konkurrenten Sun Microsystems. Weiter wird das bei Übernahmen oft zitierte Problem "Culture clash" genannt. Ein produktzentriertes Unternehmen lasse sich schwer mit einem servicefokussierten vereinen.
Compaq wirkt nach
Dass die beiden Unternehmen verschieden sind, kann aber auch Vorteile haben. So wird an die Compaq-Übernahme vor sechs Jahren erinnert, die im Nachhinein als falsche Entscheidung der damaligen Chefin Carly Fiorina betrachtet wird. Im Gegensatz zum Compaq-Merger werden jetzt nicht sämtliche Bereiche bei HP verändert. Das Service-Geschäft wird aufgeteilt und die beiden Chefs, Mark Hurd und Ronald Rittenmeyer, gelten darüber hinaus als Verfechter einer konsequenten und zielstrebigen Unternehmensführung.
Das Beratungsunternehmen Ovum ist der Ansicht, dass HP EDS schnell integrieren und so viele EDS-Mitarbeitende wie möglich behalten muss. Ob Hurd dies gelingen wird, ist noch offen. Kunden und Mitarbeitende von EDS warten auf jeden Fall gespannt - und vielleicht auch ängstlich - auf Hurds berühmte Restrukturierungsmassnahmen. (Maurizio Minetti)

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