Bericht über Haus­durch­suchung in Luzern wegen Hacker­angriff

15. März 2021, 12:19
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Die Untersuchung gegen den mutmasslichen Verkada-Kamera-Hacker stand im Zusammenhang mit einem älteren Fall.

Schweizer Behörden haben im Kanton Luzern die Wohnung eines Informatikers durchsucht, der behauptete die Firma Verkada geknackt und Zugang zu den Überwachungskameras der Kunden erhalten zu haben. Dies berichtet 'Bloomberg' mit Berufung auf den Durchsuchungsbefehl und Angaben der betroffenen Person, Till bzw. Tillie Kottmann.
Der Entwickler Kottmann erklärt gegenüber dem US-Magazin, dass seine Wohnung in Luzern durchsucht worden sei und dass die Polizei Hardware beschlagnahmt habe. Auch sein Elternhaus wurde demnach durchsucht. 
Der Durchsuchungsbefehl basiert laut dem Bericht auf einem mutmasslichen Hack, der letztes Jahr stattfand, und nicht auf dem jüngsten Einbruch bei Verkada. Die Hausdurchsuchung sei als Teil eines US-Strafverfahrens gegen Kottmann im Western District of Washington durchgeführt worden. Der Durchsuchungsbefehl fordere Dokumente im Zusammenhang mit "dem Hacking von Computerdatenbanken und Informationen zu Crypto-Währungen". 
Kottmann werde des unbefugten Zugriffs auf geschützte Computer, Identitätsdiebstahl und Betrug beschuldigt. Er habe zuvor behauptet, den Autohersteller Nissan gehackt zu haben und habe Dokumente des US-Chipherstellers Intel geleakt. Von den Behörden in der Schweiz lag vorerst keine Stellungnahme vor.
Der US-Kamerahersteller Verkada hatte mitgeteilt, man habe die Bundespolizei FBI eingeschaltet, nachdem Hacker Überwachungskameras in amerikanischen Spitälern, Gefängnissen und Polizeirevieren angezapft hätten. Laut Berichten habe sich Kottmann Zugang zu Verkada verschafft, indem er die Zugangsdaten für ein "Super Admin"-Konto verwendete, das den Zugriff auf alle Kameras des Unternehmens ermöglichte. Der Hacker kontaktierte anschliessend einen Journalisten von 'Bloomberg', der wiederum das Unternehmen über den Angriff informierte. 

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