Bern sichert sich ICT-Projekt­leitungs-Pool über 70 Millionen Franken

19. November 2021, 10:36
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Der Kanton hat Rahmenverträge an 12 Anbieter vergeben. Die Leistungen können im Bedarf für Digitalisierungs- und IT-Projekte abgerufen werden.

 Das Amt für Informatik und Organisation des Kantons Bern (KAIO) benötigt viel IT-Power. Auf der Plattform Simap hatte es externe ICT-Projektleiter gesucht und dafür gleich 39 Angebote erhalten. Das Amt hat nun Verträge an 12 verschiedene Anbieter über insgesamt über 70 Millionen Franken vergeben. Die Leistungen kann es über 3 Jahre mit Option auf Verlängerung nach Bedarf beziehen. Die konkreten Preise können vom Rahmenvertrag nochmals nach oben oder unten abweichen, wie uns Thomas M. Fischer, Leiter Stab Amtsleitung beim KAIO, auf Anfrage erklärt.
Das KAIO ist mit seinen rund 150 Mitarbeitenden das Kompetenzzentrum für die Umsetzung der Digitalisierung in der Kantonsverwaltung von Bern. Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des bernischen Grossen Rates hatte erst Mitte August gefordert, dass dort ein Pool von Fachpersonen aufgebaut wird. Aus diesem sollen dann von den kantonalen Stellen Leitungspersonen für ICT- und Organisationsprojekte angefordert werden können. Sonst würde immer mehr Geld für externe Experten ausgegeben, argumentierte die GPK und monierte das Fehlen einer Strategie.
Auf die GPK-Kritik hatte der Berner Regierungsrat erklärt, dass der Umfang der Spezialisierung der staatlichen Aufgaben tendenziell steige, der Umfang des staatlichen Personalbestandes jedoch nicht. Deshalb sei die Umsetzung der Forderung "kaum möglich". Die nun publizierten Zuschläge haben mit der GPK-Forderung dann auch nichts zu tun, wie Fischer erklärt.
So wurden wiederum externe Ressourcen beschafft. In den Unterlagen heisst es: Es gehe um einen Pool an Fachleuten, aus welchem flexibel und zeitnah Projektleitungs- und Projektmanagement-Officer-Ressourcen abgerufen werden können. Eine Bedingung für den Zuschlag war dann auch, dass die gewünschten Leistungen rasch zur Verfügung stehen. Das KAIO habe schon früher über einen ähnlichen Pool verfügt, der auf Rahmenverträgen basierte, sagt Fischer.
Die Ressourcen würden für die Umsetzung der Digitalisierungs- und ICT-Projekte des Kantons gebraucht. Die Schwerpunktplanung sieht vor, dass rund 25 Projekte bis 2023 umgesetzt sind, darunter das elektronische Baugesuchsverfahren und der Wohnsitzwechsel, ein digitales Angebot für die Führerzulassung, die Optimierung der Steuerplattform sowie ein neuer Online-Auftritt.
Aus den Unterlagen geht auch hervor, welchen Umfang an Leistungen das KAIO erwartet: Für Senior- und Senior-Expert-Projektleitende inklusive agil würden im Jahr 5500 Personentage anfallen, dazu kommen 825 Tage Projektmanagement Officer.
Korrigenda 19.11.2021, 14 Uhr: In einer ersten Version des Artikels war die Rede von 400 Mitarbeitenden beim KAIO. Das ist nicht korrekt. Das Amt beschäftigt 150 Personen, zudem arbeiten 250 Mitarbeitende in den dezentralen ICT-Organisationen, die bei weiteren kantonalen Stellen angesiedelt sind. 

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