Bernard Maissen wird Bakom-Direktor

28. Mai 2020, 09:52
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Maissen kommt aus dem Journalismus und war zuletzt Vizedirektor des Bakom. Der 59-Jährige folgt auf Philipp Metzger.

Bernard Maissen wird neuer Direktor des Bundesamts für Kommunikation (Bakom). Das gibt der Bundesrat bekannt. Der 59-Jährige Maissen ist seit 2018 Vizedirektor des Bakom, zuständig für die Abteilung Medien.
Seine neue Funktion tritt er am 1. Juli an. Er übernimmt das Amt von Philipp Metzger, der im Februar zur Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) gewechselt hat. Seither wird das Bakom interimistisch vom stellvertretenden Direktor Philippe Horisberger geleitet.
Maissen kommt aus dem Journalismus. Er hat an der Universität Freiburg Germanistik, Geschichte und Journalismus studiert und war danach in verschiedenen Funktionen als Journalist und Chefredaktor tätig. Viele Jahre verbrachte er bei der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA). Dort war er von 2005 bis 2017 Chefredaktor und Mitglied der Geschäftsleitung.

Medien und 5G auf der Agenda

Die Medien gehören zu den grossen Herausforderungen des neuen Bakom-Direktors. Das Parlament berät derzeit über ein Massnahmenpaket zur Unterstützung der Branche. Dieses soll den Strukturwandel bremsen, der sich in der Corona-Krise noch beschleunigt hat. Die Medien bräuchten Unterstützung, um langfristig neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, erklärte Maissen vor den Bundeshausmedien. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hob deren demokratiepolitische Bedeutung hervor. "Unsere Demokratie lebt von vielfältigen und lebendigen Medien", sagte sie. Der Ständerat entscheidet in der Sommersession als Erstrat über die Vorlage.
Das schwierigste Dossier auf Maissens Schreibtisch stammt aber aus der Telekom-Abteilung: Er muss als neuer Bakom-Direktor den Aufbau des 5G-Netzes begleiten. Der neue Mobilfunkstandard ist hochumstritten. Mehrere Volksinitiativen wollen die Einführung stoppen, während die Wirtschaft nach 5G ruft.
Der Bund hatte die Frequenzen Anfang 2019 versteigert. Im April entschied der Bundesrat, noch einmal Testmessungen durchzuführen und bis Ende Jahr eine Vollzugshilfe vorzulegen. Der Mobilfunkstandard ist die Voraussetzung für verschiedene neue Technologien wie selbstfahrende Autos oder Virtual Reality. 
In der Corona-Krise habe sich gezeigt, wie wichtig funktionierende Telekom- und Mediensysteme seien, sagte Maissen. Seiner Ansicht nach verfügt die Schweiz über solche – trotz Pannen. Die Umstellung auf Homeoffice sei gelungen, und über die Medien habe sich die Bevölkerung laufend über die Entwicklung im In- und Ausland informieren können.

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