Berner Stadtrat bewilligt 14,9 Millionen für Sozialhilfe-Lösung Citysoftnet

15. Juni 2018, 08:46
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Der Berner Stadtrat hat sich am Donnerstagabend hinter den Kredit von 14,9 Millionen Franken für die Entwicklung einer neuen Fallführungs-Software in der Sozialhilfe gestellt.

Der Berner Stadtrat hat sich am Donnerstagabend hinter den Kredit von 14,9 Millionen Franken für die Entwicklung einer neuen Fallführungs-Software in der Sozialhilfe gestellt. Die Stadt Bern will Citysoftnet zusammen mit der Stadt Zürich und dem Kanton Basel-Stadt erarbeiten. Das letzte Wort hat das Berner Stimmvolk.
Im Stadtrat unbestritten war die Erneuerung des alten Programms. Dieses ist laut Stadtparlament veraltet, fehleranfällig und genügt den Anforderungen an den Datenschutz nicht mehr.
Das Stadtparlament betonte zudem, dass es die Zusammenarbeit mit der Stadt Zürich und dem Kanton Basel-Stadt begrüsse. Die Partner sind Anfang des vergangenen Jahres eine Kooperation eingegangen, um Synergien zu nutzen.
Diskussion um Freigabe des Source-Codes
Zu reden gab im Stadtrat, ob das System nach der Entwicklung Open Source veröffentlicht werden soll. Die GLP/EVP-Fraktion forderte eine Freigabe des Quellcodes nach Abschluss der Entwicklung. Ziel sei, dass auch andere Städte und Kantone vom System profitierten, argumentierte sie. Der SP schwebte gar ein "gesamtschweizerischer Standard" vor.
Gemeinderätin Franziska Teuscher warnte jedoch: "Wenn der Stadtrat diesen Antrag annimmt, heisst das für uns zurück auf Feld Null". Denn die Stadt sei an die Kooperation mit den anderen Partnern gebunden und könne nicht eigenmächtig entscheiden.
Die Stadtparlamentarier einigten sich schlussendlich auf einen abgeschwächten Auftrag. Die Stadt Bern solle sich "soweit möglich" für die Freigabe unter Open-Source-Software-Lizenzen einsetzen.
Im September entscheidet das Volk
Die 14,9 Millionen Franken sind ein Investitionskredit. Für die Betriebsfolgekosten für die nächsten fünf Jahre genehmigte der Stadtrat weitere vier Millionen Franken. Beide Kredite werden voraussichtlich im September dem Volk vorgelegt. Stimmt es zu, soll die neue Software bis 2021 eingeführt werden.
Bauen wird die Lösung die Zürcher Softwareschmiede Emineo. Das Unternehmen erhielt im Dezember einen entsprechenden Auftrag in Höhe von 36,5 Millionen Franken. (sda/ts)

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