Berner Unisys-Softwareprojekt gescheitert

31. Mai 2016, 14:24
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Der Kanton Bern sucht eine Alternative zur Abstimmungssoftware von Unisys. Und lässt sich Zeit.

Der Kanton Bern sucht eine Alternative zur Abstimmungssoftware von Unisys. Und lässt sich Zeit.
Der Kanton Bern sucht eine neue Software für die Auswertung von Abstimmungsresultaten, wie aus einer auf Simap publizierten "Vorankündigung" hervorgeht. Eigentlich wurde bereits vor zwei Jahren ein Anbieter ausgewählt, um die Software zu liefern, doch wurde diese Beschaffung abgebrochen.
Bei der "Vorankündigung" handelt es sich um eine Request vor Information (RFI). Damit soll abgeklärt werden, welche Wahl- und Abstimmungslösungen es auf dem Markt gibt und welche Funktionen von einer Lösung erwartet werden können. Zudem will die Staatskanzlei herausfinden, ob die bisherigen Anwendungen modernisiert werden können oder ob eine neue Anwendung eingeführt werden soll. Die Lösungen werden eingesetzt, um die Resultate von eidgenössischen und kantonalen Urnengängen zu erfassen, auszumitteln und zu publizieren. Konkret will die Staatskanzlei Fragen zur System- und Endnutzerarchitektur, Betriebsstandort, Login und Nutzerverwaltung, Schnittstelle zu E-Voting sowie Zweisprachigkeit der Lösungen beantwortet haben.
Zweiter Anlauf
Anfang 2014 suchte der Kanton einen Anbieter für eine neue Lösung. Der Zuschlag im Wert von 1,7 Millionen Franken.
Wie der Staatsschreiber des Kantons, Christoph Auer, gegenüber inside-it.ch erklärt, gestaltete sich die Zusammenarbeit mit Unisys als schwierig. Es sei immer wieder zu Verzögerungen und Terminverschiebungen gekommen. Schliesslich habe man sich entschlossen die Beschaffung abzubrechen. Da die bestehende Lösungen noch funktionieren, konnte man dies machen.
Bis anhin hat der Kanton rund 315'000 Franken für Leistungen an Unisys bezahlt, so Auer weiter. Derzeit sei man noch in Verhandlung, wie damit umgegangen werden soll. "Denn eine funktionierende Software hat uns Unisys nicht geliefert."
Die aktuellen Anwendungen sind seit Anfang der Nullerjahre im Einsatz, wie uns Moritz Zaugg, Amt für Ressourcen und Politische Rechte, auf Anfrage erklärt. Konkret sind vier verschiedene Lösungen im Einsatz, die von Bedag betrieben werden und mittelfristig ersetzt werden müssen. Geplant ist, so Zaugg weiter, dass die neue Lösung spätestens 2019 in Betrieb ist. (Katharina Jochum)

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