Besiegelt: RBA-Banken wechseln auf Finnova

26. November 2008, 17:10
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Die 50 Regionalbanken werden in einigen Jahren von der jetzigen Bankensoftware IBIS auf Finnova wechseln. IBIS-Hersteller RTC kommentiert den erneuten Kundenabsprung wie gewohnt gelassen.

Die 50 Regionalbanken werden in einigen Jahren von der jetzigen Bankensoftware IBIS auf Finnova wechseln. IBIS-Hersteller RTC kommentiert den erneuten Kundenabsprung wie gewohnt gelassen.
Wie inside-it.ch bereits vor drei Wochen berichtet hatte, wird die RBA-Gruppe auf die Aargauer Bankensoftware Finnova wechseln. An der heutigen Pool-Mitgliederversammlung in Bern haben sich die Vertreter der rund 50 Regionalbanken nun offiziell für den Wechsel der IT-Plattform entschieden. Wann die Banken von der jetzigen Lösung IBIS des Berner Herstellers RTC auf Finnova wechseln werden, ist noch nicht entschieden, wie RBA-Sprecher Nicolas Bopp gegenüber inside-it.ch sagt.
Entris bleibt bestehen
Der Entscheid für Finnova stütze sich auf detaillierte Abklärungen, schliesse einen breit angelegten, umfassenden Meinungsbildungsprozess im Mitgliederkreis ab und trage den besonderen Anforderungen der Regionalbanken-Gruppe Rechnung, heisst es in einer Mitteilung der RBA. Die Migration von IBIS auf Finnova werde inklusive einer längeren Vorbereitungsphase mehrere Jahre dauern. Mit möglichen Implementierungs- und Migrationspartnern laufen derzeit noch Verhandlungen.
Laut Bopp muss erst noch entschieden werden, wann welche Regionalbanken umstellen werden. Bis zum Frühling soll ein entsprechender Plan ausgearbeitet werden. Man könne davon ausgehen, dass die beiden grössten Mitglieder Clientis und Valiant zuerst auf die neue Software migrieren werden. Angaben zum finanziellen Volumen des Auftrages konnte Bopp noch nicht machen. Das Budget soll erst Mitte 2009 den Banken vorgelegt werden.
Die Kooperation im Rahmen der Entris AG, eines Joint Ventures von RBA und Berner Kantonalbank (BEKB) für die gemeinsame Verarbeitung von Zahlungsverkehr und Wertschriften, werde weitergeführt. Entris basiert auf IBIS und daran soll sich auch nichts ändern, so Bopp.
RTC: "Absolute Volllast"
Der IBIS-Hersteller RTC betont derweil in einer Mitteilung, dass der auf mehrere Jahre hinaus angekündigte Weggang der RBA-Gruppe nichts am beschlossenen Weg von RTC ändere, das Projekt IBISmove zur Erneuerung der Softwareplattform IBIS konsequent weiterzuführen. Per November 2008 sei ein weiterer Schritt realisiert und die Handelsplattform OTMS von IBM aktiv in Betrieb genommen worden. Die Einführung der neuen IBIS-Plattform sei nach wie vor auf Pfingsten 2009 geplant. RTC setze den Weg zum Profit- und Dienstleistungszentrum für Banken mit komplettem Outsourcing um und passe seine Strukturen entsprechend an. Die BEKB habe sich als Hauptaktionärin von RTC schon vor einiger Zeit entschlossen, auf der IBIS-Plattform weiter zu arbeiten. Diesen Entscheid habe auch die Jurassische Kantonalbank (BCJ) getroffen. Dies bringe Stabilität und stelle die IBIS-Erneuerung sicher, heisst es in der Mitteilung.
Mit dem Weggang der RBA-Banken verliert RTC weitere wichtige Kunden. Seit August 2007 haben die Migros Bank das RTC-Boot verlassen. Nach wie vor arbeiten all diese Banken mit IBIS. Doch ab 2009 werden sie auf die Konkurrenzlösungen Finnova oder Avaloq wechseln. RTC-Chef René Brazerol sagt gegenüber inside-it.ch, dass man momentan so viel zu tun habe wie noch nie – er spricht von "absoluter Volllast". RTCs Hoffnung ist es nun, dass in den nächsten Monaten neue Bankkunden gewonnen werden können. Ansonsten dürfte es mit der Volllast bald vorbei sein. (Maurizio Minetti)

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