Besiegelt: Siemens gibt Computergeschäft auf

4. November 2008, 10:21
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Fujitsu kauft den Siemens-Anteil am Joint-Venture FSC für 450 Millionen Euro. Bernd Bischoff tritt ab. Was geschieht mit dem PC-Geschäft und dem Produktionsstandort Deutschland?

Fujitsu kauft den Siemens-Anteil am Joint-Venture FSC für 450 Millionen Euro. Bernd Bischoff tritt ab. Was geschieht mit dem PC-Geschäft und dem Produktionsstandort Deutschland?
Siemens und Fujitsu haben heute Morgen in einem knappen Statement bekannt gegeben, dass Fujitsu dem deutschen Konzern seine Hälfte am Joint Venture Fujitsu Siemens Computers (FSC) für rund 450 Millionen Euro abkaufen wird. Gleichzeitig gab Fujitsu Siemens den sofortigen Rücktritt von FSC-Chef Bernd Bischoff bekannt. Dieser erfolge allerdings nicht im Zusammenhang mit dem Deal zwischen Siemens und Fujitsu, so wird trotz des zeitlichen Zusammentreffens versichert, sondern aus "persönlichen Gründen". Zu seinem Nachfolger wurde Kai Flore ernannt. Flore war bisher nicht nur Finanzchef sondern gleichzeitig auch CIO und seit 2007 Chefstratege bei FSC. Der Handel soll bis zum 1. April abgeschlossen werden. Voraussetzung ist aber noch die Genehmigung durch die zuständigen Behörden.
Noch ist kaum Konkretes über die Zukunftspläne von Fujitsu für FSC bekannt. Gemäss Informationen der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' sollen zunächst 1000 Stellen, davon 500 in Deutschland, abgebaut werden.
Das generelle Statement zur Vereinbarung von Kuniaki Nozoe, Präsident von Fujitsu, ist sehr unverbindlich: "Die vollständige Integration von Fujitsu Siemens Computers in den Fujitsu-Konzern steht voll und ganz im Einklang mit unserer globalen Wachstumsstrategie. Wir übernehmen einen umfangreichen Kundenstamm in den EMEA-Ländern sowie Kapazitäten im Bereich Forschung und Entwicklung, was der Entwicklung unserer globalen Produkte weiter zugute kommt. Nicht zuletzt gewinnen wir überaus fähige Mitarbeiter, die unsere Werte und unser Engagement teilen, um mit unseren Kunden als Geschäftspartner ihres Vertrauens zu wachsen."
FSC beschäftigt global rund 10'200 Angestellte, davon etwa 6200 in Deutschland. Unsicher scheint vor allem die Zukunft der Produktions- und Servicestandorte in Deutschland sowie die Zukunft der PC-Sparte, die Fujitsu wahrscheinlich weiter verkaufen will. In einem anlässlich des Deals veröffentlichten Strategiepapier von Fujitsu ist hauptsächlich vom Servergeschäft die Rede, was im Vorfeld des Deals aufgetauchte entsprechende Gerüchte zumindest indirekt bekräftigt. Die Gewerkschaft IG Metall pocht gemäss 'FAZ' darauf, dass das Werk in Augsburg mit 2000 Angestellten und das Servicezentrum in Sömmerda mit 5000 Angestellten auf jeden Fall weiterbetrieben und Beschäftigungsvereinbarungen eingehalten werden müssen. (Hans Jörg Maron)
(Foto: Patrick Dentler, Bearbeitung: inside-it.ch. Creative Commons)

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