Bestätigt: Microsoft will Skype kaufen - für 8,5 Milliarden Dollar

10. Mai 2011, 12:25
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Der Software-Riese plant den grössten Deal der Unternehmensgeschichte. Doch ist der Verluste schreibende VoIP-Anbieter so viel wert? Und was will Microsoft damit?

Der Software-Riese plant den grössten Deal der Unternehmensgeschichte. Doch ist der Verluste schreibende VoIP-Anbieter so viel wert? Und was will Microsoft damit?
Skype wird weder an die Börse gehen noch von Google, Facebook oder Cisco übernommen werden - denn laut einem Bericht des 'Wall Street Journal' will kein geringerer als der Software-Riese Microsoft Skype kaufen. Bereits am Sonntag hatte die News-Site 'GigaOM' den möglichen Deal angekündigt. Microsoft ist offenbar bereit, inklusive Schulden bis zu 8,5 Milliarden Dollar für den VoIP-Anbieter zu bezahlen. Eine stolze Summe, wenn man bedenkt, dass Skype letztes Jahr nur 860 Millionen Dollar umsetzte - und 7 Millionen Dollar Verlust schrieb.
Microsoft hat um 14 Uhr Schweizer Zeit den Kauf von Skype für 8,5 Milliarden Dollar in einer Mitteilung bestätigt. Bei Microsoft entsteht neu die Microsoft Skype Division, die vom bisherigen Skype-CEO Tony Bates geführt wird.
Das 2003 von Niklas Zennstrom und Janus Friis gegründete Unternehmen ging 2005 für 2,6 Milliarden Dollar an eBay, was sich aber im Nachhinein als Fehler erwies. Ende 2009 kauften diverse Investoren die Mehrheit des Unternehmens für zirka 2,75 Milliarden Dollar. Sollte Microsoft tatsächlich um die 8 Milliarden Dollar bezahlen, wäre das der grösste Zukauf in der 36-jährigen Unternehmensgeschichte. Grosse Deals sind bei Microsoft eine Seltenheit. Zuletzt bezahlte der Softwarehersteller 6 Milliarden Dollar für die Übernahme von aQuantive im Jahr 2007. Schon damals meinten viele Beobachter, der Preis sei zu hoch gewesen - umso mehr wird dies auch beim jetzigen Skype-Deal behauptet.
Microsoft würde sich mit dem Kauf von Skype eine bekannte Marke mit über 660 Millionen Usern sichern, doch es ist fraglich, ob der Dienst unter dem Dach der Redmonder wieder aufblühen wird. Spannend dürfte sein, ob Microsoft Synergien nutzen kann. Naheliegend ist etwa eine Verbindung mit dem Unified-Communications-Produkt Lync. Im Bereich der mobilen Geräte könnte Microsoft mit Hilfe von Skype eine starke Konkurrenz zu Google Voice oder Apples Facetime aufbauen. (mim)

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