Big Blue bremst Abwärtstrend

18. Oktober 2016, 09:15
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Noch immer schrumpft IBMs Umsatz, doch Investitionen ins Cognitive-Computing- und Cloud-Business zahlen sich langsam aus.

Noch immer schrumpft IBMs Umsatz, doch die Investitionen ins Cognitive-Computing- und Cloud-Business zahlen sich langsam aus.
Der Computer-Gigant IBM hat die Erwartungen im dritten Quartal übertroffen und den Umsatzschwund bremsen können. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sanken die Erlöse nur noch um 0,3 Prozent auf 19,23 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Nettogewinn ging um 3,3 Prozent auf 2,85 Milliarden Dollar zurück.
Die Quartalsergebnisse fielen insgesamt besser aus, als von Analysten prognostiziert. Anleger reagierten dennoch enttäuscht - die Aktie gab nachbörslich zeitweise um knapp drei Prozent nach.
In der Branche verliert das angestammte Hardware-Geschäft zunehmend an Bedeutung. IBM-Chefin Ginni Rometty reagierte mit einem Strategiewechsel auf die Veränderung. Auch die Rivalen Oracle und Microsoft machen hier Druck. Bei Softwareanbietern wie SAP treibt das Cloud-Geschäft ebenfalls das Wachstum an.
Konzernumbau trägt langsam Früchte
Das Segment "Systems", wozu auch die Mainframe-Hardware und Betriebssysteme gehören, schrumpfte um 21 Prozent. Doch scheint der Fokus auf das Cloud-Business und der Konzernumbau zunehmend auszuzahlen. Die Abteilung "Technology Services & Cloud Platforms" verzeichnet ein Umsatzplus von 2,4 Prozent. Das Cloud-Geschäft allein ist im vergangenen Quartal um 44 Prozent gewachsen, wie der Konzern weiter mitteilt.
Die von IBM als strategische Bereiche bezeichneten Geschäfte - darunter Cloud und Analytics sowie künstliche Intelligenz - seien um 16 Prozent gewachsen. Mit acht Milliarden Dollar tragen diese Bereiche inzwischen 40 Prozent des Konzernumsatzes aus. Inwiefern Watson zum Umsatz beiträgt, teilt "Big Blue" nach wie vor nicht mit. "Unsere Expertise und Technologie, angeführt von Watson und der IBM-Cloud, erlaubt es uns, grosse Datenmengen zu analysieren und zu verarbeiten. Dies erlaubt es uns in neue Märkte einzudringen und Branchen zu transformieren", so Rometty weiter.
Nicht-organisches Wachstum
Das Unternehmen setzt zudem stark auf Wachstum durch Zukäufe. Diese und die Ausgaben für den Umbau drücken auf die Gewinne. Die Bruttomarge fiel im dritten Quartal um 2,1 Prozentpunkte auf 48 Prozent. Der Konzern gab in dem Zeitraum mit 5,45 Milliarden Dollar weitaus mehr für Übernahmen aus als noch ein Jahr zuvor mit 821 Millionen Dollar. (kjo/sda)

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