Big Business Energie- und Verkehrs-Steuerung

9. März 2011, 16:50
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IBM setzt auf "Smarter Planet" und plant 35 Milliarden für R&D ein. Bis 2015 will 'Big Blue' jährlich 10 Milliarden Dollar.

IBM setzt auf "Smarter Planet" und plant 35 Milliarden für R&D ein. Bis 2015 will 'Big Blue' jährlich 10 Milliarden Dollar.
Im September 2009 hat der Netzwerkriese Cisco den Einstieg in den Markt für Smart Grids verkündet und das Ziel ausgegeben, 2013 schon 20 Milliarden Dollar mit entsprechender Kommunikationstechnik umsetzen zu wollen. Der Markt für solche intelligenten Netze und entsprechende Zähler, Smart Meter genannt, wird in Zukunft so lukrativ, dass auch andere Konzerne wie Siemens und IBM nicht hinten anstehen wollen. Letzterer hat jetzt mitgeteilt, dass er global bereits über 2'000 Städte bei der Steuerung des Verkehrs sowie der Gesundheits-, Energie- und Wasserversorgung unterstützt habe und dieses "Smarter Planet" genannte Geschäft noch ausbauen wolle. Bis Ende 2010 waren es laut IBM schon 2'133 Städte, davon 645 in Schwellen- und Entwicklungsländern. Zehn Milliarden Dollar jährlich soll das neue Business 2015 in die Kassen des IT-Riesen spülen.
Wie die Nachrichtenagentur ‘Bloomberg’ berichtet, hat das Unternehmen, das in diesem Jahr 100 wird, unter anderem City-Projekte in Shenyang (China), Bangkok, Rio de Janeiro und Sacramento (Kalifornien) mit eigens entwickelten Lösungen unterstützt. IBM-CEO Sam Palmisano zufolge, wolle man mit dem Konzept auch in wirtschaftlich harten Zeiten Einsparpotenziale aufzuzeigen, damit die Städte genügend Mittel für Investitionen zur Verfügung haben.
35 Milliarden Dollar für F&E
Unterstützt werden soll der neue Geschäftsbereich durch mehr Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Der neue 5-Jahresplan sieht hierfür 35 Milliarden Dollar vor, wobei die meisten Mittel in neue Bereiche wie eben "Smarter Planet" fliessen sollen. Den letzten 5-Jahreplan über R&D-Investitionen in Höhe von 30 Milliarden Dollar hat IBM offenbar nicht ganz erreicht, aber trotz Drucks durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise in dem Engagement, anders als viele Mitbewerber, auch nicht nachgelassen.
"Wir haben 24 Milliarden Dollar in R&D investiert, und ja, wir haben dadurch 18'000 Patente hinzugewonnen", erklärte Palmisano bei Offenlegung der Ende 2010 ausgelaufenen langfristigen R&D-Roadmap. Das Unternehmen hält weltweit die meisten Patente und nimmt allein über Lizenzen mehr als eine Milliarde Dollar jährlich ein, Grund genug, die Forschungsmittel aufzustocken.
Als weitere Wachstumsbereiche, in die zu investieren es sich lohnt, sieht IBM neben "Smarter Planet" auch Analyse-Software und -Services für Unternehmensprognosen und Cloud-Computing. 2010 hat der Konzern weltweit etwa 99,9 Milliarden Dollar umgesetzt. Ziel der nächsten fünf Jahre ist eine Umsatzsteigerung von 30 Prozent, wozu auch die geographische Erweiterung über die City-Projekte beitragen soll.
"Digitale Agenda 2020" von economiesuisse passt gut
Die "Digitale Agenda 2020", in der die beiden Wirtschaftsverbände economiesuisse und ICTSwitzerland erst letzte Woche Forderungen an Exekutiven und Parlamente formuliert haben, passt gut zur Agenda von 'Big Blue'. So fordern die beiden Verbände Investitionen in ICT für die Reduktion des Energieverbrauchs und die Erleichterungen des Verkehrs. In beiden Verbänden ist IBM Schweiz gut vertreten. (Klaus Hauptfleisch / Christoph Hugenschmidt)

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