Bilanzbetrug: Ehemaliger CA-Chef bekennt sich schuldig

25. April 2006, 11:34
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Der ehemalige CEO des Softwareherstellers CA, Sanjay Kumar, hat sich vor einem Gericht in Brooklyn des Bilanzbetrugs für schuldig bekannt.

Der ehemalige CEO des Softwareherstellers CA, Sanjay Kumar, hat sich vor einem Gericht in Brooklyn des Bilanzbetrugs für schuldig bekannt. Dies berichten heute US-amerikanische Medien. Kumar war 2004 zusammen mit anderen Managern angeklagt worden, in den Jahren 2000 und 2001 Aufträge rückdatiert zu haben, um die Umsatzzahlen in Bilanzberichten um insgesamt 2,2 Milliarden US-Dollar aufzublasen. Kumar sah sich im April 2004 gezwungen, den Posten zu räumen. Neuer CEO wurde John Swainson den Namen von "Computer Associates" in "CA", wohl um sich von der Ära Kumar zu distanzieren.
Kumar hatte bisher alle Vorwürfe zurückgewiesen. Nun habe er vor Gericht gesagt, er sei für die Bilanzmanipulationen verantwortlich. Schuldig bekannte sich auch der ehemalige Sales Executive Stephen Richards. Andere CA-Manager wie der Finanzchef Ira Zar waren bereits geständig. Insgesamt werden gegen Kumar acht Anklagepunkte erhoben. Die Technik, mit der die Manager die Geschäftszahlen beschönigten, sei firmenintern "35-Tage-Monat" genannt worden, berichten US-Medien.
Die Angeklagten wollten die Medienberichte nicht kommentieren. Kumar droht eine Höchststrafe von 90 Jahren Haft. Wahrscheinlicher ist aber eine Verurteilung zu 10 bis 30 Jahren. Richards sollte glimpflicher davon kommen. Die Verhandlungen beginnen am 8. Mai. Das Urteil soll am 12. September gesprochen werden. (mim)

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