Billiger speichern durch – reden

21. März 2007, 10:26
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Unternehmen geben gemäss Berater McKinsey oft zu viel Geld für Storage-Infrastrukturen aus. Bessere Kommunikation zwischen IT und Geschäftsleitung könnte schon einiges bewirken.

Unternehmen geben gemäss Berater McKinsey oft zu viel Geld für Storage-Infrastrukturen aus. Bessere Kommunikation zwischen IT und Geschäftsleitung könnte schon einiges bewirken.
Obwohl die Speicherkosten im Verhältnis zur Kapazität Jahr für Jahr um rund 30 Prozent sinken, steigen die Ausgaben von Unternehmen für ihre Storageinfrastrukturen weltweit um 15 bis 20 Prozent pro Jahr, berichtet der Unternehmensberater McKinsey. Mitverantwortlich dafür ist die explodierende Datenmenge. Aber nicht nur: Viel Geld, so McKinsey, werde auch schlicht und einfach verschwendet, weil "falsch" gespeichert werde. Insbesondere würden oft viel zu viele Kopien der gleichen Daten aufbewahrt, und gewisse Daten unnötigerweise auf zu teuren Hochleistungssystemen gespeichert. Als Beispiel führt McKinsey ein Pharmaunternehmen an, das die Resultate von klinischen Tests gleich in zehnfacher Ausführung speicherte sowie einen Fabrikanten, dessen IT-Abteilung für Tests und Entwicklung sogar 20 Versionen des ERP-Systems – jeweils mit allen Daten – speicherte. Und dies alles auf High-end-Systemen.
Der Grund sei, so McKinsey, hauptsächlich mangelnde Kommunikation zwischen der IT-Abteilung und dem Rest des Unternehmens. Die Geschäftsleitung teile der IT mit, was gespeichert werden sollte, überlasse es dann aber dieser, die Details auszuarbeiten. Die IT-Abteilung habe aber oft wenig Ahnung von der tatsächlichen Bedeutung bestimmter Daten und den entsprechenden Ansprüchen bezüglich Verfügbarkeit, Sicherheit und Langzeitspeicherung. Die "Auftraggeber" auf der anderen Seite hätten oft keinen Schimmer davon, was die schöne Verfügbarkeit in Wirklichkeit kostet.
Abhilfe schaffen könnte ein an sich einfaches Rezept: Miteinander reden. McKinsey rät den IT-Abteilungen, den ersten Schritt zu tun, und zwar, indem sie ein "Storage-Menu" ausarbeiten, das der Gegenseite vorgelegt werden kann. Dieses Menu sollte die verschiedenen Optionen erklären, insbesondere die "Trade-offs" zwischen Kosten und Leistungsfähigkeit der verschiedenen Optionen. Als Faustregel, so McKinsey, würden vier bis sechs Optionen ausreichen.
Die Kosten (Hardware, Software und Management) für die Speicherung von Daten können gemäss McKinsey pro Gigabyte bis zu zehnmal tiefer sein, wenn man sich mit einem bescheideneren System begnügt, statt das Teuerste einzusetzen. Unternehmen, die eine besser an die tatsächlichen Erfordernisse angepasste Storage-Politik betreiben, könnten darum bis zu 40 Prozent der Storage-Kosten einsparen. (Hans Jörg Maron)
(Illustration: McKinsey)

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