Bis 2030 verschlingt Polycom 500 Millionen Franken

25. Mai 2016, 14:58
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Der Erhalt und Weiteraufbau des Funknetzes Polycom, über das Polizei, Feuerwehr und auch Teile der Armee verschlüsselt kommunizieren können, wird teuer.

Der Erhalt und Weiteraufbau des Funknetzes Polycom, über das Polizei, Feuerwehr und auch Teile der Armee verschlüsselt kommunizieren können, wird teuer. Nun beantragt der Bundesrat einen Verpflichtungskredit von 159,6 Millionen Franken. Die Gesamtausgaben werden sich bis ins Jahr 2030 auf 500 Millionen Franken belaufen.
Das Polycom-Netz wurde ab 2001 schrittweise aufgebaut. Im November 2015 wurde mit Zug der letzte Kanton angeschlossen. Das Netz besteht aus rund 750 Antennen, über die Funkgeräte kommunizieren. Das Projekt sorgt schon länger für Gesprächsstoff. So hiess es 2015, dass das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) im Dezember 2015 einen dreimal teureren Auftrag freihändig vergeben hat, nämlich in Höhe von über 324 Millionen Franken an Atos. Dieser Auftrag beinhaltet den Betrieb, die Instandhaltung und den Umbau der Polycom-Infrastruktur von TDM-Übertragungstechnologie (Time Division Multiplex) auf IP-Technik.
Die Finanzdelegation (FinDel) kritisierte kürzlich in ihrem Jahresbericht dementsprechend das Projektmanagement. Zwar sei in diesem Fall eine freihändige Vergabe des Auftrags an den Lieferanten rechtlich zulässig. Denn die für Polycom eingesetzte Technologie befindet sich im Eigentum einer Firma, die in der Schweiz als einzige diese Lizenz vergibt. Es bleibe jedoch unklar, inwieweit diese Gebundenheit an einen einzigen Lieferanten hätte vermieden werden können und ab wann das BABS dieses Risiko hätte erkennen müssen, schrieb die FinDel in ihrem Bericht. Eine grundsätzliche Ablösung von Polycom durch ein anderes System sei weder wirtschaftlich und technisch noch betrieblich sinnvoll, schreibt der Bundesrat heute. (kjo/sda)

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