BIT sucht Partner für "Insieme"-Ersatz

18. Februar 2014, 13:55
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Drei Partner sollen Java- und SAP-Spezialisten für "Fiscal-IT" zur Verfügung stellen.

Drei Partner sollen SAP- und Java-Spezialisten für "Fiscal-IT" zur Verfügung stellen.
Trotz grosser Kritik an der Praxis, sich in Ausschreibungen vermehrt externes Personal "auf Vorrat" zu suchen, statt konkrete Lösungen zu beschaffen, hat das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) heute zwei weitere entsprechende Ausschreibungen veröffentlicht. Bei beiden handelt es sich um grössere Brocken. Das BIT sucht einerseits Partner für die Erstellung von Finanz-Fachapplikationen auf der Basis von SAP und Java im Rahmen von "Fiscal-IT", dem Nachfolgeprojekt von "Insieme", und andererseits ganz generell Temporärpersonal, um "interne Belastungsspitzen" zu meistern.
Das ungewönlichste an den aktuellen Ausschreibungen ist, dass sich das BIT veranlasst gefühlt hat, sie heute in einer begleitenden Pressemeldung zu erklären. Neben dem Reizwort "Insieme" - das allerdings vom BIT nicht erwähnt wird - könnte dabei auch ein leise kritischer Artikel zur Beschaffung von externem Personal beim BIT eine Rolle gespielt haben, den die 'NZZ' heute früh publiziert hat.
Bei der Ausschreibung für Partner für die Erstellung von Finanzapplikationen geht es um ein maximales Beschaffungsvolumen von insgesamt 28'530 Personentagen pro Jahr, vom 3. Quartal 2014 bis zum 3. Quartal 2019. Dies würde knapp 120 Vollzeitstellen entsprechen. Neben Java-Entwicklern und -Architekten umfassen die verlangten Rollen auch Projektleiter, -Administratoren oder Berater.
Der Zuschlag wird an drei Unternehmen gehen, die jeweils alle verlangten Rollen offerieren müssen. Die Gewinner erhalten allerdings nur einen Rahmenvertrag. Das bedeutet noch keine konkreten Aufträge. Wenn das BIT tatsächlich Personal braucht, müssen sich die Gewinner aber nur noch mit zwei Mitbewerbern herumschlagen. In einem solchen "Minitender" erhält dann laut BIT das jeweils wirtschaftlich günstigste Angebot den Auftrag.
Wie das BIT in seiner Pressemitteilung präzisiert, geht es bei dieser Beschaffung darum, konkrete Projekte im Rahmen des Programms "Fiscal-IT" planmässig weiter voranzutreiben. Die Teilaufträge würden einerseits als Dienstleistungsaufträge, andererseits aber auch als "Werke" an die ausgewählten Partner vergeben. Bei Werken werde ein präzis definiertes konkretes Ergebnis verlangt. Beim Auftrag verpflichtet sich der Lieferant, die ihm übertragenen Aufgaben gewissenhaft und sorgfältig auszuführen. Aufträge dieser Art würden dann vergeben, wenn das Ergebnis in allen Details erst während des Projektverlaufs klar definiert werden kann.
"Fiscal-IT" ist das Nachfolgeprojekt des komplett gescheiterten Projekts "Insieme", das rund 150 Millionen Franken gekostet hatte.
Bei der zweiten Ausschreibung "Verleih von Spezialisten im Bereich IT 2014 bis 2016" geht es wie erwähnt um Temporärpersonal, das bei Belastungsspitzen hilft. Gesucht werden Leute für verschiedenste Bereiche, von Operations und Betrieb über Entwicklung bis zu Planungs- und Consultingaufgaben.
Dafür sollen acht strategische Partner im Bereich Personalverleih bestimmt werden, die jeweils einen Rahmenvertrag unterzeichnen. Das Ziel ist es laut BIT, im Bedarfsfall die "notwendigen Kapazitäten ohne Zeitverzug abrufen zu können". Das maximale Beschaffungsvolumen wird mit 265'000 Stunden beziffert, was etwa 33'000 Personentagen entsprechen würde. Auch bei dieser Ausschreibung soll das tatsächliche Bestellvolumen auf die Gewinner der Ausschreibung aufgeteilt werden. Im Einzelfall soll jeweils der Rahmenvertragspartner zum Zug kommen, der den am besten geeigneten Kandidaten anbietet. (hjm)

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