BL: Die Polizei findet kaum Cybercrime-Spezialisten

3. November 2020, 13:31
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Die Cybercrime-Abwehr von Basel-Land kommt nur sehr schwer aus den Startlöchern. Die Löhne des Kantons sind offenbar nicht konkurrenzfähig.

Der Kanton Basel-Land kämpft mit Startschwierigkeiten beim Aufbau der Cybercrime-Abteilung bei Polizei und Staatsanwaltschaft. Es zeichne sich ab, dass die kantonalen Löhne auf dem umkämpften Stellenmarkt nicht konkurrenzfähig seien, berichtet die 'BZ Basel'.
Der Startschuss für die Abteilung war bereits am 1. April 2020. Von den 13 geplanten Stellen bei der Polizei sind aber laut der Zeitung erst 6 besetzt – davon 4 durch interne Versetzungen. Ähnlich sieht es bei der Staatsanwaltschaft aus: Hier seien 2 von 3 Stellen besetzt, wobei ebenfalls eine Person intern gefunden worden sei.
Das Parlament des Kantons hatte im November 2019 einstimmig ein Budget von 2,1 Millionen Franken pro Jahr gesprochen. Doch das reicht offenbar nicht. Basel-Land konkurriert nicht nur mit der Privatwirtschaft, sondern auch mit dem Bund.
Die kantonale Polizei gab zu Protokoll, dass beim Bund etwa das Monatssalär eines IT-Forensikers bis zu 3000 Franken höher sein könne. Es belaufe sich beim Kanton Basel-Land auf 8000 bis maximal 9000 Franken. Dieser Faktor sei schlicht nicht zu kompensieren, klagt Cybercrime-Leiter Michel Meier seine bisherige Erfahrung in der Rekrutierung.
Bei der Staatsanwaltschaft verweist man darauf, dass es zudem schwierig sei, Personen zu finden, die sich für das Fachgebiet begeistern und sich zugleich langfristig für die Cyber-Strafverfolgung interessieren würden. Schliesslich dauere die interne Ausbildung 2 Jahre und ein Ausstieg nach dieser Zeit wäre ungünstig, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft zu 'BZ Basel'.
Gemäss Vorgaben des Parlaments haben die beiden Abteilung noch Zeit bis 2023, um ihre Abteilungen vollständig zu besetzen. Das kantonale Kompetenzzentrum Cybercrime wird in drei Bereiche unterteilt: IT-Forensik, IT-Ermittlung und IT-Operationen.

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