Blackberry-Hersteller RIM bittet Indien um Fristverlängerung

10. Januar 2011, 12:54
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Der kanadische Smartphone-Hersteller Research in Motion (RIM) hat im Streit mit den indischen Behörden um den Zugriff auf den Datenverkehr offenbar um eine Fristverlängerung gebeten.

Der kanadische Smartphone-Hersteller Research in Motion (RIM) hat im Streit mit den indischen Behörden um den Zugriff auf den Datenverkehr offenbar um eine Fristverlängerung gebeten. Wie die indische Zeitung 'Mint' unter Berufung auf zwei Mitarbeiter der indischen Telekommunikationsbehörde DoT berichtet, soll RIM bereits zugestimmt haben, Blackberry-Server in Indien zu installieren. Allerdings benötige der kanadische Hersteller dafür zwischen 18 und 24 Monaten und ersuche darum die Behörden, bis dahin die Blackberry-Services in Indien nicht zu sperren.
Die Installation solcher Blackberry-Kommunikationsserver ist ein wichtiger Schritt im Bestreben der indischen Regierung, den Datenverkehr von Blackberry-Handys mitschneiden zu können. RIM sieht sich seit geraumer Zeit mit Forderungen diverser Regierungen konfrontiert, die aus Gründen der "nationalen Sicherheit" Zugriff auf die verschlüsselte Datenkommunikation der Blackberrys fordern. Im Gegensatz zu Smartphones anderer Hersteller übertragen Blackberrys ihre mobile Kommunikation wie beispielsweise E-Mails in verschlüsselter Form an Server im Ausland. Erst von dort aus werden die Daten ins Internet gespeist.
RIM weist in einer Stellungnahme allerdings erneut darauf hin, dass sämtliche Gerüchte, wonach man Behörden Zugriff auf die versandten Daten geben wolle, falsch seien. Man sei technisch gar nicht in der Lage, dies umzusetzen. Trotzdem halten sich hartnäckige Gerüchte, wonach RIM etwa in Saudiarabien einen Blackberry-Kommunikationsserver installiert hat.
Im September hatte der indische Innenminister in New Delhi angekündigt, auch von weiteren Firmen Zugriff auf die Datenkommunikation zu fordern. Dabei nannte er explizit den VoIP-Anbieter Skype und den Suchmaschinenriesen Google. Ob diesbezüglich bereits Gespräche laufen, ist nicht bekannt. (bt)

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