BlackBerry-Verkauf abgeblasen, CEO geht

4. November 2013, 15:21
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Wollte niemand genügend Geld bieten? BlackBerry versucht es noch einmal auf eigene Faust.

Wollte niemand genügend Geld bieten? BlackBerry versucht es noch einmal auf eigene Faust.
Der angeschlagene Smartphone-Hersteller BlackBerry hat heute überraschend bekannt gegeben, dass der zuletzt geplante Verkauf des Unternehmens nun doch nicht stattfindet. Stattdessen wird BlackBerry Wandelanleihen im Wert von einer Milliarde US-Dollar ausgeben, um das Geld für einen Turnaround aufzutreiben. Die am 12. August begonnene "Überprüfung der strategischen Alternativen" sei damit abgeschlossen, so BlackBerry.
Laut BlackBerry haben die Käufer der Wandelanleihen bereits entsprechende Vereinbarungen unterzeichnet. Der Deal soll schon in zwei Wochen abgeschlossen sein. Das kanadische Investmentunternehmen Fairfax Financial werde Anleihen im Wert von 250 Millionen Dollar kaufen, der Rest gehe an institutionelle Investoren. Prem Watsa, der Chef von Fairfax, erhält im Gegenzug einen Sitz im Verwaltungsrat von BlackBerry.
Die Anleihen haben eine Laufzeit von sieben Jahren. Falls sie komplett in Aktien umgewandelt würden, würden sie rund 16 Prozent der Aktien entsprechen.
Sobald die Wandelanleihen platziert sind, wird zudem der gegenwärtige CEO Thorsten Heins zurücktreten. BlackBerry erklärt zwar nicht, ob Heins selbst geht oder gefeuert wurde, verzichtet in seiner Pressemitteilung aber komplett auf die sonst bei Rücktritten üblichen bedauernden Worte und Lobeshymnen auf den scheidenden CEO. Heins soll bis ein neuer CEO bestimmt ist interimsmässig durch John S. Chen vertreten werden. Chen wird zudem den Vorsitz im Verwaltungsrat übernehmen. Chen war seit 1998 CEO des Datenbankherstellers Sybase, der 2010 an SAP.
Zu den genaueren Gründen dafür, dass der Verkauf abgeblasen wurde, äusserte sich BlackBerry nicht. Fairfax Financial, das vor sechs Wochen ankündigte, BlackBerry für 4,7 Milliarden Dollar komplett übernehmen zu wollen, könnte den Deal nach genauerer Einsicht in die Bücher als zu risikoreich empfunden haben oder fand selbst nicht genügend Investoren, um den Kaufpreis zu finanzieren. Immerhin engagiert sich Fairfax nun trotzdem bei BlackBerry, wenn auch in deutlich geringerem Rahmen und mit geringerem Risiko,.
Ob es überhaupt Offerten von angeblichen anderen potentiellen Käufern wie Lenovo gab, erklärte BlackBerry nicht. (hjm)

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