BlackBerrys letzte Zuckungen?

19. September 2013, 09:13
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Der Smartphone-Pionier plant möglicherweise bis zu 40 Prozent seiner Leute zu entlassen. Derweil versucht BlackBerry, mit einem neuen Modell und Messenger-Apps für Android und iPhone seinen Kopf über Wasser zu halten.

Der Smartphone-Pionier plant wahrscheinlich bis zu 40 Prozent seiner Leute zu entlassen. Derweil versucht BlackBerry, mit einem neuen Modell und Messenger-Apps für Android und iPhone seinen Kopf über Wasser zu halten.
Der einstige Smartphone-Pionier und -Überflieger BlackBerry (ehemals RIM) ist in den letzten Jahren tief gefallen. Sein Marktanteil bewegt sich in den meisten Regionen nur noch im tiefen einstelligen Prozentbereich. Letztes Jahr machte BlackBerry einen riesigen Verlust. Nun "tötelt" es immer mehr rund um das einstige kanadische High-Tech-Vorzeigeunternehmen.
Bereits vor einigen Wochen hat der Verwaltungsrat ein spezielles Kommitee eingesetzt, das strategische Optionen wie einen Börsenausstieg prüfen soll. Nun plant BlackBerry laut einem Bericht des 'Wall Street Journal' auch weitere drastische Stellenkürzungen. Laut Insidern soll der Smartphone-Hersteller mehrere Wellen von Entlassungen planen, die bis Ende Jahr bis zu 40 Prozent der Mitarbeitenden betreffen könnten. Einige Mitarbeitende seien bereits darüber unterrichtet worden, in welcher Welle ihr Job wegfallen werde. Ein BlackBerry-Sprecher bestätigte gegenüber der Wirtschaftszeitschrift indirekt, dass weitere Entlassungen bevorstehen, wollte sich aber nicht zur Zahl von 40 Prozent äussern. BlackBerry hatte zuletzt noch rund 12'700 Mitarbeitende. Schon letztes Jahr wurden rund 5000 Stellen gestrichen.
BlackBerry versucht derweil, sich mit einem neuen Handymodell und einer Ausweitung seines Messenger-Services gegen den Niedergang zu stemmen. Gestern wurde in Malaysia das neue BlackBerry Z30 präsentiert. Damit hat BlackBerry nun auch ein grosses Flaggschiff-Handy mit einem 5-Zoll-Bildschirm im Angebot. Laut dem Hersteller weist es zudem ein erneuertes Betriebssystem, eine bessere Antenne und eine lange Batterielaufzeit auf. Kritiker bemängeln allerdings bereits, dass der Bildschirm im Vergleich zu entsprechenden Konkurrenzmodellen eine geringere Auflösung aufweise.
Ebenfalls gestern hat BlackBerry zudem angekündigt, dass sein proprietäres Messaging-System ab diesem Wochenende auch Nicht-BlackBerry-Nutzern zur Verfügung stehen wird. Am Samstag soll eine BlackBerry-Messenger-App für Android erscheinen, am Tag danach dann auch eine Version für das iPhone. Dies bedeutet eine drastische Erhöhung der potentiellen Nutzerbasis für den Service. Allerdings war der beliebte Messenger bisher auch eines der grössten verbliebenen Argumente für User, sich ein BlackBerry-Handy anzuschaffen. Dieses Argument fällt nun weg. (hjm)

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