Blockchain soll der Wall Street Kosten im Derivate-Handel sparen

10. Januar 2017, 16:58
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Nach Tests im letzten Jahr will das grosse Wall-Street-Clearinghouse Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC) beginnen, auf Blockchain-Technology den Post-Derivate-Handel zu verschlanken.

Nach Tests im letzten Jahr will das grosse Wall-Street-Clearinghouse Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC) beginnen, auf Blockchain-Technology den Post-Derivate-Handel zu verschlanken. Dazu werde man unter der Leitung von IBM mit dem Startup Axoni und dem R3-Konsortium schreibt. Es handle sich um die Entwicklung der nächste Generation ihres Trade Information Warehouse (TIW), mit dem die Abwicklung von Derivate-Prozessen nach dem Handel verbessert werden sollen, heisst es weiter.
Es ist nicht ohne Ironie, heisst es beim 'Wall Streeet Journal', wenn ausgerechnet die aus der kooperativ gedachten Blockchain-Welt stammende Technik, nun genau von denen weiterentwickelt wird, gegen die sie ursprünglich konzipiert worden war. Jedenfalls will DTCC sie für Finanzspekulation auf steigende oder fallende Preise von Produkten so nutzen, dass die Kosten der Derivate-Verarbeitung reduziert und der Prozess selbst noch schneller wird. Insbesondere fehlende, unzusammenhängende oder redundante Prozesse und deren Abstimmung soll via Blockchain beseitigt werden.
Einfliessen werden in die Lösung Inputs aus Proof of Concepts (POC) von Marktteilnehmern wie der J.P. Morgan, Wells Fargo, Barclays PLC, Citigroup, Credit Suisse AG, Deutsche Bank AG und UBS, die im 2016 gemacht wurden. Konkret verspricht die Lösung, einen im as-a-Service-Modell angebotenen TIW-Dienst zur automatisierten Datenführung, für die automatische Verwaltung von Ereignisse während eines Derivate-Lebenszyklus und für das automatisierte Zahlungsmanagement der aktuell mehr als 11 Billionen Dollar von bereits geklärten und bilateralen Kredit-Derivaten von DTCC. Dort hält man fest, dass man in den Tests bereits nachgewiesen habe, dass die komplexen Nachvermarktungsereignisse aus Credit Default Swaps (CDS), "effizient mit verteilter Ledger-Technologie in einem zugelassenen, verteilten Peer-to-Peer-Netzwerk verwaltet werden können".
Aufgabenverteilung
Vereinbart ist, so DTCC weiter, dass IBM das Programmmanagement bei der weiteren Entwicklung der Lösung übernimmt, zudem seine DLT-Kompetenz einbringt und den Service-Bezug anbietet. Von Axoni sollen die Infrastruktur kommen, die auf deren hauseigenem AxCore-Distributed-Ledger-Protokoll basiert, und die Vertragsanwendungen. Das R3-Konsortium werde die Berater für die neue Lösung stellen, heisst es weiter. Voraussichtlich noch im Januar soll die Ausarbeitung beginnen, die zunächst bei den beteiligten Inputgebern umgesetzt werden soll, wie 'Banking Technology' schreibt. Anfang 2018 soll die Lösung betriebsbereit sein und das AxCore-Protokoll von Axoni ans Hyperledger übergeben werden, das von der Linux Foundation gehostet wird. (vri)

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