Bluewin-TV kommt doch dieses Jahr - für Swisscom-Angestellte

6. November 2005, 10:56
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Swisscom startet gegen Ende Jahr neue Versuche mit Bluewin-TV.

Swisscom startet gegen Ende Jahr neue Versuche mit Bluewin-TV.
Der Einstieg ins "Triple Play" (Telefonie, Internet und TV über ein Kabel und aus einer Hand) gestaltet sich für Swisscom bisher ausgesprochen harzig. Bereits zwei Mal musste der der Schweizer Ex-Monopolist die Lancierung eines eigenen Fernseh-Angebots verschieben. Ursprünglich wollte Swisscom "Bluewin-TV" bereits in der ersten Hälfte 2005 anbieten, verschob den Termin nach unbefriedigenden Tests dann aber auf den 1. September und später sogar vage auf "2006".
Der Grund für die Verzögerungen lag in der riskanten Strategie von Swisscom, sich mit Microsoft als Lieferanten der nötigen Software zu verbünden und dabei die Rolle eines Pilotkunden der Redmonder zu übernehmen. Microsoft konnte die Software nicht zum ursprünglich erwarteten Zeitpunkt liefern. Zudem stellte sich heraus, dass die Bandbreiten über ADSL zu schmal für die qualitativ gute Übertragung von TV-Programmen ist. Nun scheinen die Aufrüstung der Swisscom-Telefon-Zentralen auf die schnellere VDSL-Technologie wie auch die Software von Microsoft so weit zu sein, dass Swisscom einen weiteren Test wagen kann. Noch vor Ende Jahr sollen Swisscom-Mitarbeitende testweise mit Bluewin-TV ausgerüstet werden, wie wir aus gewöhnlich sehr gut informierten Quellen wissen.
Weiterhin unbekannt ist der Termin für die Lancierung eines Fernseh-Angebots für das breite Publikum durch Swisscom. Dieser wird wohl vom Verlauf der Tests mit den Swisscom-Angestellten abhängen. Einen weiteren Flop wird sich Swisscom nicht mehr leisten wollen.
Für Swisscom ist der Einstieg ins TV-Geschäft ausgesprochen wichtig. Es geht darum, zumindest teilweise jene Umsätze zu kompensieren, die in der klassischen Festnetz-Telefonie wegbrechen. So kann der Kabel-TV-Anbieter Cablecom bereits heute echtes "Triple Play" anbieten und gewinnt mit Tiefpreis-Angeboten laufend Telefonie-Kunden. (Christoph Hugenschmidt)

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